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Mittwoch, 08.02.2012
Überblick
Das Wichtigste in Kürze

  • Ein traditioneller Roboter ist nur "schlau", solange die Umwelt in sein vorprogrammiertes Schema passt. Genau diese Starrheit hat bisher die Robotergehirne von biologischen Gehirnen unterschieden. Doch genau hier bahnt sich eine Zeitenwende an.


  • Der Roboter Elvis soll durch künstliche Evolution gehen lernen: Am Anfang steht ein einfaches aber flexibles Kontrollsystem. Während Elvis seine ersten Gehversuche macht, verändert sich dieses Programm fortwährend. Das Entscheidende dabei: Nur die erfolgreichen Varianten werden weiterentwickelt.


  • Im Gegensatz zu den technisch hochkomplizierten Elektronengehirnen von früher, geht heute der Trend zu einfachen, aber vernetzten Systemen. Bereits in den achtziger Jahren funktionierten erste Roboter nach diesem Prinzip: "Genghis", ein sechsbeiniger Roboter hatte beispielsweise kein zentrales "Gehirn" mehr, sondern jedes Bein besaß eine eigene, einfach strukturierte Steuerung.


  • Der Roboter Kismet wurde darauf programmiert, nicht gern allein zu sein, sein "Sozialtrieb" ist gut entwickelt: Wird er längere Zeit von niemandem angesprochen oder angesehen, wird sein Gesichtsausdruck "traurig" und er versucht, mit jedem Vorübergehenden Kontakt aufzunehmen. Auf diese Weise profitiert Kismet von der Art und Weise, wie wir auf kleine Kinder reagieren.


  • Die meisten der heutigen Laufroboter bewegen sich noch in der typisch ruckartigen mechanischen Weise fort und lassen sich von kleinsten Bodenerhebungen aus dem Gleichgewicht bringen. Die Roboterforscher suchen daher jetzt verstärkt nach neuen Vorbildern und Bewegungsformen aus dem Tierreich. Eines davon ist das Fliegen der Insekten.


  • Am Massachusetts Institute of Technology (MIT) versuchen die Forscher, Robotern das Teamwork und die Grundlagen des Gruppenverhaltens beizubringen. Damit wären Roboter nicht mehr nur auf menschliche Befehle angewiesen, sondern könnten auch miteinander kommunizieren selbständig zusammenarbeiten.


  • Cybercrickets (Roboter-Grillen) sollen dabei helfen, wichtige Fragen der Neurobiologie zu klären: Wie sind bestimmte Verhaltensweisen mit speziellen Aktivitätsmustern im Gehirn der Tiere verknüpft?


  • Auch in den Krankenzimmern und Operationssälen unserer Krankenhäuser gewinnen Roboter immer mehr an Bedeutung. In mehr als 80 Krankenhäusern weltweit übernehmen schon jetzt elektronische Schwestern Botengänge, teilen Mahlzeiten aus oder bringen Röntgenbilder zum Entwickeln.


  • Roboter können auch zur Rehabilitation von Schlaganfall-Patienten beitragen. Versuche in den USA haben gezeigt, dass Schlaganfall-Patienten, die regelmäßig mit einem Therapieroboter trainierten, deutlich schnellere Fortschritte machten als die Kontrollgruppe.


  • Roboter "Caspar" hilft nicht nur bei der Positionierung von Schnitten oder Bohrungen, sondern greift auch selbst zu Bohrer und Skalpell. Dank ihm konnte die Fehlerquote bei Kreuzbandoperationen deutlich verringert werden.


  • Nach einer Studie der Vereinten Nationen werden Haushaltsroboter in der Zukunft genauso zum Alltag gehören, wie heute schon Handys und Computer. Im Jahr 2002 soll es weltweit rund eine halbe Million staubsaugender Roboter geben.


  • Auch im Garten erhalten Roboter Einzug: Die Forscher der Universität von West England entwickelten eigens für diese Aufgabe den "Slugbot", einen knapp 45 Zentimeter großen elektronischen Schneckenjäger.

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