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Freitag, 10.02.2012
Nie wieder Treibhausgase?
Osmose-Strom ist leise, sauber – und unerschöpflich

 Atomkraftwerk Brunsbüttel
Atomkraftwerk Brunsbüttel
© Alois Staudacher / GFDL  Atomkraftwerk Brunsbüttel
Allzeit verfügbar und möglichst unbegrenzt vorhanden soll sie sein, ein „grünes Gewand“ muss sie tragen und vor allem ohne Treibhausgas-Emissionen auskommen: So oder so ähnlich stellt man sich die perfekte Form der Energieproduktion vor.

Doch weder Atomkraft noch Kohle oder Gas können alle diese Kriterien allesamt erfüllen. Und auch die in letzter Zeit boomenden Erneuerbaren Energien scheitern meist an diesem Anspruch. Sie sind oft stark witterungsabhängig und taugen deshalb nur bedingt dazu, rund um die Uhr den Grundbedarf an Strom, die so genannte Grundlast, zu decken.

Die Pilotanlage am Oslofjord 
Die Pilotanlage am Oslofjord
© Statkraft  Die Pilotanlage am Oslofjord
Tadellose Osmose-Kraftwerke?
Doch nun könnte mit den Osmose-Kraftwerken bald ein Verfahren zur Verfügung stehen, die alle gewünschten Vorzüge in sich vereint – quasi eine Eier legende Wollmilchsau in Sachen Strom. „Dies ist eine Form der Erneuerbaren Energien, die anders als die Sonnen- oder Windkraft unabhängig vom Wetter eine vorhersagbare und stabile Menge an Energie erzeugt“, erklärt Stein Erik Skilhagen, der Projektleiter Osmosestrom beim Energiekonzern Statkraft einen der großen Vorteile der neuen Technologie.

Einzige Voraussetzung: Salz- und Frischwasser müssen in unbegrenzten Mengen vor Ort zur Verfügung stehen – und sie dürfen nicht allzu stark verdreckt sein. Denn die verwendeten Membranen sind äußerst sensibel und verstopfen leicht durch Schmutz im Wasser.

 Schema eines Osmose-Kraftwerks
Schema eines Osmose-Kraftwerks
© Statkraft  Schema eines Osmose-Kraftwerks
Viel Strom, wenig Schadstoffe
Sind die Kraftwerke erst einmal gebaut, wird der Osmose-Strom zudem emissionsfrei produziert und hat als Dreingabe auch noch ein enormes Potenzial: Nach Berechnungen von Energieexperten könnten jährlich 1.600 bis 1.700 Terawattstunden Strom weltweit auf diese Weise erzeugt werden. Das entspricht dem, was China 2002 verbraucht hat, oder dem Dreifachen der Bruttostromerzeugung in Deutschland im Jahr 2009.

Osmose-Kraftwerke verursachen darüberhinaus kaum Lärm, verbrauchen wenig Landschaft – die Anlagen können sowohl unterirdisch gebaut als auch in bestehende Industrebetriebe integriert werden - und geben keine Schadstoffe ins Wasser ab. Alles, was am Ende aus dem Kraftwerk ins Meer strömt, ist Brackwasser.

Unerschöpfliche Energiequelle
Und der Clou: die Energieproduktion in Osmosekraftwerke ist unerschöpflich – zumindest solange der von der Sonne angetriebene Wasserkreislauf der Erde so funktioniert wie bisher.

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