Scinexx-LogoSpringer-Verlag, Heidelberg
Freitag, 10.02.2012
Die „Armageddon“-Methode
Die Abwehrmöglichkeiten nach 2029

Deutlich schwieriger wird es aber, wenn die Abwehrmission erst nach 2029 stattfindet. Denn dann muss der Asteroid nicht nur um wenige Kilometer - weg vom Schlüsselloch – vom Kurs abgebracht werden, sondern schlimmstenfalls um rund 10.000 Kilometer. Auf dem Stand der heutigen Technologie scheiden dann der kinetische Impakt oder andere „schonende“ Methoden komplett aus, weil mit ihnen nicht genügend Schub in kurzer Zeit zu erreichen ist.

Bomben auf den Asteroiden? 
Bomben auf den Asteroiden?
© ESA-AOS Medialabsc  Bomben auf den Asteroiden?
Nach Ansicht der NASA-Forscher um Donald Gennery bleiben dann doch wohl nur noch Bruce Willis und seine „Armageddon“-Methode: eine Atombombe. Rund zehn Kilotonnen TNT müsste sie haben und durch einen Roboter auf dem Asteroiden eingegraben werden. Das wäre zwar aufwändig, aber mit heutiger Technik machbar. Spätester Startzeitpunkt für eine solche Raumsonde nebst Roboterarm wäre April 2034. Das Risiko, den Asteroiden in mehrere Stücke zu zersprengen, ist hierbei allerdings extrem groß.

Alternativ könnte eine Atombombe auch direkt neben dem Asteroiden gezündet werden. Bei 160 Metern Abstand, so kalkulieren Gennery und Co., wäre das Risiko für ein Zersprengen deutlich geringer, wenn auch nicht gleich Null. Und noch einen Haken gibt es: Die Bombe müsste eine Sprengkraft von mindestens elf Megatonnen TNT besitzen - mehr als selbst die größten heute existierenden Atombomben in den Arsenalen der USA.

Auch wenn solche Bombenszenarien im Film viel hermachen, in der Realität sind sie die schlechteste aller Möglichkeiten. Zu teuer, zu aufwändig und innerhalb kurzer Zeitspannen nicht realisierbar, so urteilen die NASA-Forscher.

„Loslegen“ ab 2014
Die amerikanische Raumfahrtbehörde setzt daher auf möglichst rasches Handeln – nach 2013. Sollten die dann möglichen genaueren Radarmessungen noch immer ein potenzielles Durchfliegen des „Schlüssellochs“ ergeben, könnte eine der bisher nur geplanten Überwachungsmissionen akut werden. „Im Moment gibt es keine Eile”, erklärt Steven Chesley vom Near Earth Object-Programm am Jet Propulsion Laboratorium. „Aber wenn das Ganze 2014 noch immer aktuell ist, dann müssen wir loslegen.“

zurück   | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 |    weiter
Artikel drucken   Dossier komplett anzeigen
Suche
Erweiterte Suche
Diaschauen zum Thema
Asteroid Apophis
2012 und die Maya
Die Dawn-Mission
Facts
„Highscore“
Größte Annäherungen von Asteroiden bisher und in Zukunft
Artikel zum Thema
Apophis: Asteroid auf Erdkurs
Einschlag oder knapp daneben? 2029 entscheidet
Rasender Lichtpunkt
Der Asteroid wird entdeckt
Kurs Erde
Gibt es 2029 eine fatale Kollision?
Kein Einschlag – jedenfalls noch nicht
2029 kommt Apophis uns so nahe wie keiner vor ihm
Das fatale Schlüsselloch
Warum wenige Meter entscheiden
Schüler blamiert NASA – oder doch nicht?
Die Geschichte mit der Satelliten-Kollision
Russland und die Angst vor dem „Killerasteroid“
Wie dringend ist eine Abwehrmission?
Ein „Wachhund“ für Apophis
Eine Satellitenmission könnte Gewissheit schaffen
Was wäre wenn?
Wie lässt sich ein Einschlag abwenden?
Die „Armageddon“-Methode
Die Abwehrmöglichkeiten nach 2029
und mehr...
Zum Weiterlesen
Links, Videos und Literatur zum Thema
Top-Diaschauen
Überleben im Winter
2012 und die Maya
Die großen Massenaussterben
Quallen
Riesenschlangen
Aktuelle Dossiers
Klima-Hotspot Moorböden
Wie Forscher den Treibhausgas-Emissionen von Mooren auf die Spur kommen
Schwelbrände im Gewebe
Chronische Entzündungen und ihre Ursachen
Röntgenblick in die Geheimnisse der Mumien
Neue bildgebende Verfahren helfen bei der Erforschung menschlicher Relikte
Auf Kante
Warten auf „The Big One“
Auch Pflanzen besitzen Stammzellen
Unerschöpflich kreativ
Energie-Produzent Gebäude
Wie Häuser zu Kraftwerken werden
Bermudas Unterwelt
Expedition zu den unterirdischen Salzwasserhöhlen einer Tropeninsel
Alte Seuchen in neuem Licht
Forscher untersuchen Resistenz gegen Pest und Cholera
Mehr Licht im Dunkel der Mars-Trabanten
Mit Mars Express und Phobos Grunt bei den „Söhnen“ des Kriegsgotts
Mikrobielle Mitbewohner auf Weltreise
Bakterien in Magen und Speichel helfen beim Erforschen menschlicher Wanderungen