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Freitag, 10.02.2012
Planeten des Unheils
Wie wahrscheinlich ist eine fatale „Konjunktion“?

Ebenfalls um eine spezielle Konstellation geht es in einigen 2012- Szenarien, die eine Konjunktion aller Planeten prognostizieren. Ein scheinbares Zusammentreffen von Planeten am Nachthimmel ist per se erstmal nichts Ungewöhnliches, die letzte Konjunktion von Merkur und Saturn liegt erst wenige Wochen zurück, sie ereignete sich am 8. Oktober 2009.

Sonnensystem - entstanden aus einer Staubwolke 
Sonnensystem - entstanden aus einer Staubwolke
© NASA/NRAO  Sonnensystem - entstanden aus einer Staubwolke
„Planetenlinie“ nur alle 340 Millionen Jahre
Doch je höher die Zahl der beteiligten Himmelskörper dabei wird, desto seltener ist ein solches Ereignis. Das erklärt auch der Astronom Florian Freistetter in seinem Blog „Astrodictium simplex“. Seinen Angaben nach gab es die letzte Dreier-Konjunktion mit Mond, Venus und Jupiter im November 2008. Die letzte „große“ Konjunktion von Merkur, Venus, Mars, Jupiter, Saturn und Mond ereignete im Jahr 2000, damals waren die Planeten allerdings keineswegs alle eng beieinander am Himmel zu sehen, sondern lagen weit verteilt über den Bereich von 26 Grad.

Sollen aber alle Planeten in einer scheinbaren Linie stehen, wie es die 2012-„Propheten“ vorhersagen, dann wäre dies eine Konstellation, die nur einmal alle 340 Millionen Jahre vorkommt, wie Freistetter berechnet hat. Sollen dabei alle Planeten auch noch auf einer Seite der Sonne aufgereiht sein, dann geschieht dies nur alle 180 Billionen Jahre. Da das Universum erst seit rund 15 Milliarden Jahren existiert, ist die Wahrscheinlichkeit dafür nahe Null.

 Planetengrößen im Vergleich
Planetengrößen im Vergleich
© NASA  Planetengrößen im Vergleich
Gravitationskräfte vernachlässigbar
Doch was wäre wenn doch? Dann, so erklärt der Astronom, wäre auf jeden Fall eines nicht möglich: Dass eine solche Konjunktion in irgendeiner Form verstärkte und damit katastrophale Gravitations-oder Gezeitenkräfte auf die Erde ausübt. Denn die Anziehungskraft eines Himmelskörpers auf einen anderen verringert sich mit dem Quadrat der Entfernung. Der Mond, als unser nächster Begleiter, steht tatsächlich in enger Wechselwirkung mit der Erdschwerkraft.

Doch dann wird es schon dünn: Nur der Jupiter, der größte Planet unseres Sonnensystems, hat noch einen signifikanten Einfluss, wenn auch hundertmal schwächer als der Mond. Stünden alle Planeten in einer Reihe, entspräche ihre Gravitationswirkung zusammengenommen gerade einmal zwei Prozent des lunaren Einflusses. Und da sich dieser ohnehin im Verlauf seiner leicht elliptischen Bahn um bis zu 25 Prozent ändern kann, sind katastrophale Folgen wohl eher nicht zu erwarten.

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