Scinexx-Logo
Scinexx mobil
Mobil
Jetzt neu: Nutzen Sie unser Smartphone optimiertes Angebot.
Erfahren Sie mehr
Scinexx auf Facebook
Werden Sie Scinexx-Fan und kommentieren Sie unsere Artikel auf Facebook!
Scinexx auf Facebook
Newsletter
Bestellen Sie jetzt den kostenlosen Newsletter!
Weitere Titel bei Amazon
Unser Partner
Logo Bild der Wissenschaft
Wissen erleben
Science Center
Naturkundemuseen
Sternwarten
Planetarien
Zoos
Nationalparks
Naturparks
Geoparks
Besucherbergwerke
Botanische Gärten
Schülerlabore
Lernwelten
Lernwelten

Erleben, Lernen, Wissen
Antworten auf viele Fragen zu Alltagsphänomenen, kniffelige Quizze, spannende Tipps für Entdeckernaturen und vieles mehr...

Polsprung
Wird sich das Magnetfeld der Erde umpolen?

Die 2012-Szenarien beschränken sich keineswegs auf astronomische Auslöser und Ereignisse, auch die Geophysik kommt dabei manchmal ins Spiel, meist in Form eines „Polsprungs“. Diese plötzliche Umkehrung des Erdmagnetfelds soll katastrophale Folgen wie Erdbeben, Vulkanausbrüche oder Tsunamis nach sich ziehen und darüber hinaus die Erde ihres natürlichen Schutzschilds gegen tödliche Strahlung aus dem All berauben.

Magnetfeld der Erde 
Magnetfeld der Erde
© MMCD
Die Umpolung ist überfällig
Die schlechte Nachricht: Solche Umpolungen gibt es wirklich und hat es im Laufe der Erdgeschichte schon häufig gegeben. Die Gute: sie ereignen sich weder schnell, noch ziehen sie katastrophale Folgen nach sich. Wenn Geowissenschaftler von einem „plötzlichen“ Ereignis sprechen, dann geht es in der Regel nicht um Monate oder Jahre, sondern um geologische Zeiträume: tausende oder gar Millionen von Jahren.

Die letzte größere Umpolung des irdischen Magnetfelds liegt heute schon rund 750.000 bis 780.000 Jahre zurück. Nach geophysikalischen Maßstäben ist dies bereits eine halbe Ewigkeit. Denn während der letzten 100 Millionen Jahre der Erdgeschichte dauerten die einzelnen Pausen zwischen den Umpolungen durchschnittlich nur 200.000 bis 500.000 Jahre. Eine erneute Inversion ist daher eigentlich längst überfällig. Kommt vielleicht 2012 die große Umpolung?

…aber erst in 1.300 Jahren
Untersuchungen zeigen, dass wir uns tatsächlich in einer Phase der abnehmenden magnetischen Feldstärken befinden. Doch Grund zur Panik besteht nicht. Da diese langsame Abschwächung sich über Hunderte von Jahren hinzieht, werden zumindest einige Generationen der Menschheit noch ohne diese Erfahrung leben. Experten schätzen, dass sich das Feld erst in rund 1.300 Jahren soweit abgeschwächt haben könnte, dass es umkippt.

 Magnetfeld während der Umpolung
Magnetfeld während der Umpolung
© LANL/G. Glatzmaier
Was genau wird dann passieren? Simulationen zeigen, dass die Magnetlinien zunächst langsam beginnen zu fluktuieren, sie bilden chaotische Strukturen. Für kurze Zeit können dabei sogar drei, vier oder sogar mehr Pole gleichzeitig entstehen. Die Intensität des magnetischen Feldes schwächt sich währenddessen um rund das Zehnfache ab. Dies hat auch Folgen für das Leben auf der Erde: Wird das Magnetfeld schwächer, nimmt auch seine Schutz- und Filterwirkung gegen die harte kosmische Strahlung ab. In dieser Phase sind daher alle Organismen auf der Erdoberfläche höheren Dosen elektromagnetischer Strahlung ausgesetzt.

Kein Untergang der Menschheit
Doch Geophysiker wie Bruce Buffett von der Universität von British Columbia sehen darin dennoch keinen Anlass zur Sorge: „Es ist klar, dass auch unsere frühesten Vorfahren schon einige Umpolungen schadlos überstanden haben", erklärt Buffett. „Die offensichtlichste Konsequenz ist vermutlich, dass wir einen neuen Kompass bräuchten." Nach dieser Übergangsphase beginnen sich die Magnetlinien langsam zu stabilisieren und die Feldstärken nehmen zu. Es bilden sich wieder zwei Pole an den entgegengesetzten Enden der Erdkugel - allerdings in genau umgekehrter Polung wie zuvor.

Dass die Maya damals die Eigenschaften des Magnetfelds und seine Umpolungen kannten, ist mehr als unwahrscheinlich, ebenso eine entsprechende Vorhersage für den Dezember 2012. Denn bis heute lassen sich solche Umpolungen nicht im Voraus prognostizieren, auf das Jahr schon gar nicht. Anhaltspunkte geben allein gemessene Abschwächungen und das Wissen um den Abstand zum letzen Ereignis dieser Art – Fähigkeiten und Wissen, dass die Maya definitiv nicht hatten.

zurück   | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 |    weiter
Artikel drucken   Dossier komplett anzeigen
Suche
Erweiterte Suche
Diaschauen zum Thema
2012 und die Maya
Steinzeit-Astronomie
Himmelslichter
Artikel zum Thema
Mythos „2012“
Die Maya, der 21. Dezember 2012 - und die Fakten
Der Untergang
Die Endzeitszenarien im Film „2012“ und anderswo
„13.0.0.0.0“
Der Maya-Kalender und die Zeitenwende
Wende, Ende oder nichts Besonderes?
Was die Maya über den „Übergang“ dachten
„Der dunkle Weg“
Maya, Milchstraße und Konstellationen – die Mythen
Milchstraßen-"Pfad" jedes Jahr
Die astronomischen Fakten
Planeten des Unheils
Wie wahrscheinlich ist eine fatale „Konjunktion“?
Sturm von der Sonne
Katastrophenauslöser Sonnenaktivität?
Polsprung
Wird sich das Magnetfeld der Erde umpolen?
Planetarer Querschläger
Unheil durch den angeblich "verborgenen" Planet Nibiru?
und mehr...
Zum Weiterlesen
Links zum Thema
Top-Diaschauen
Naturgewalten
Reise durchs Sonnensystem
Das Innere der Erde
Roter Orbit
Überleben im Winter
Aktuelle Dossiers
Die Molekül-Sortierer
Neue Formen des Recyclings für den Rohstoff-Bedarf von morgen
Schimpansen - der Film und die Realität
Ein Blick auf Forschung und Forscher hinter dem Disney-Naturfilm
Warten auf das solare Maximum
Die Aktivität unserer Sonne und ihre Kapriolen
HPV: Impfung gegen Krebs
Was bringt die Schutzimpfung gegen das Humane Papillomavirus?
Grüne Gentechnik
Von den Kartoffeln der Inkas zum Gen-Soja
Vögel, die auf Städte fliegen
Wie passen sich Amsel, Meise und Co. an das urbane Leben an?
Die große Flut
Forscher enträtseln die Urzeit-Katastrophe am Mittelmeer
Stadt, Land, Leere
Der demografische Wandel und die Folgen
Nanopartikel
Die unsichtbaren Helfer und ihre Schattenseiten
Mehr als nur Fisch…
Die Rolle von Hering und Co. im Ökosystem Ozean - und die Folgen der Fischerei