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Freitag, 10.02.2012
Maare, Schlackenkegel und noch viel mehr
Vulkanismus in der Eifel

 Dauner Maare
Dauner Maare
© Martin Schildgen / GFDL  Dauner Maare
Wer heute in die Eifel kommt, käme auf den ersten Blick wohl kaum auf die Idee, dass dort noch vor knapp 13.000 Jahren ein vernichtender Vulkanausbruch stattgefunden hat. Zwar sind hier im Dreiländereck Deutschland, Luxemburg und Belgien Maare, Kohlensäurequellen, Geysire, alte Vulkanschlote und -kegel an der Tagesordnung, aber ansonsten hat die Natur längst das einst völlig zerstörte Gebiet wieder in Besitz genommen. Erosion und Verwitterung taten ein Übriges dazu, dass die meisten Spuren der Eruption des Laacher See-Vulkans unter sattem Grün verschwunden sind.

Feurige Vergangenheit
Das überrascht umso mehr, weil die Eruption des Laacher See-Vulkans dort keineswegs die erste und auch nicht die letzte in der feurigen Eifel-Vergangenheit war. Erst vor rund 11.000 Jahren, als das Ulmener Maar, ein mehr als 80 Meter tiefer Krater, entstand, war dieses Kapitel abgeschlossen – zumindest vorläufig.

Der Höhepunkt des Eifelvulkanismus liegt allerdings viel weiter zurück in der Vergangenheit. Ungefähr vor 50 bis 35 Millionen Jahren, im Paläogen, brodelte die Erde erstmals an vielen Stellen, wo heute saftige Wiesen und üppige Wälder zu finden sind. Eine weitere hochaktive vulkanische Episode begann dann vor rund 700.000 Jahren. In der Osteifel, zu der auch der Laacher See-Vulkan gehört, setzte der Vulkanismus erst vor etwa 500.000 Jahren ein.

Hohe Acht 
Hohe Acht
© GFDL  Hohe Acht
Das Ergebnis des Millionen Jahre dauernden geologischen Schaffensprozesses ist erstaunlich. Denn nur an wenigen Stellen auf der Welt liegen so viele Vulkane auf so engem Raum beieinander wie in der Eifel. Auf mehr als 2.000 Quadratkilometern gibt es zwischen Rhein und belgischer Grenze rund 240 Schlackenkegel, Vulkane und 70 Maare. Diese Zeugen der feurigen Vergangenheit ragen bis zu mehreren hundert Metern über das örtliche Relief hinaus. Wenn man sie denn erkennt. Denn auch die mit 747 Metern höchste Erhebung der Eifel, die Hohe Acht am Nürburgring, ist ein erloschener Vulkan.

Schneidbrenner im Untergrund
Doch wie sind alle diese vulkanischen Formen entstanden? Warum gibt es in der Eifel fernab aller Plattengrenzen überhaupt eine so große Anzahl davon? Und, vielleicht noch wichtiger: Ist der Vulkanismus erloschen oder könnte es in Zukunft durchaus wieder gefährliche Eruptionen in der Eifel geben?

Einer mit vielen Indizien unterfütterten Theorie zufolge befindet sich unter der Eifel einer der berühmten Hot Spots oder heißen Flecken. Dabei handelt es sich um Quellgebiete für glutflüssiges Magma, die ihren Ursprung tief im Erdmantel haben. Wie gigantische Schneidbrenner fördern diese so genannten Plumes unaufhörlich Magma nach oben, das sich dann seinen Weg durch Risse in der Erdkruste an die Oberfläche bahnt.

 Eifelplume
Eifelplume
© Hans-Ulrich Schmincke  Eifelplume
Ein Plume unter der Eifel
Wissenschaftler haben mithilfe von seismographischen Messungen gezeigt, dass es tief unter der Eifel einen solchen Plume geben könnte. Diese Zone ist rund 1.000 bis 1.400°C heiß – und damit rund 200°C wärmer als das sie umgebende Material im Erdmantel. Das Magma des Eifelplumes sammelt sich in größeren Magmenkammern in etwa fünf bis zehn Kilometern Tiefe unter der Erdoberfläche. Vier dieser Gebilde - jeweils mit mehreren Kubikkilometern Volumen - gibt es allein im Laacher See-Gebiet. Von dort aus ist die Gesteinsschmelze im Laufe der Erdgeschichte immer wieder an die Erdoberfläche geschleudert worden.

Vorsicht Vulkanausbruch?
Eines ist klar: Sollte sich ein derart schwerer Vulkanausbruch wie etwa vor 12.9000 Jahren heute noch einmal wiederholen, wären die Folgen viel dramatischer als damals. Denn dann hätten wahrscheinlich auch viele Menschen – etwa in den Ballungsgebieten an Rhein und Ruhr – darunter zu leiden…

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