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Freitag, 10.02.2012
Klimawandel inklusive
Vulkanausbruch bringt Klima durcheinander

 Endzeitstimmung nach einem Vulkanausbruch
Endzeitstimmung nach einem Vulkanausbruch
© E. Wolfe / USGS  Endzeitstimmung nach einem Vulkanausbruch
Doch nicht nur der Landschaft und dem Rheintal setzte der Ausbruch des Laacher See-Vulkans mächtig zu, auch das Klima veränderte sich während und nach dem Ausbruch nachhaltig. So verdunkelte die Kilometer hoch in die Atmosphäre geschleuderte Asche periodisch immer wieder den Himmel und tauchte die Eifel in tiefe Dunkelheit.

Viel schlimmer jedoch waren die langfristigen Auswirkungen der Eruptionen auf Wetter und Klima. Schuld daran waren nicht etwa die Ascheteilchen, sondern so genannte Schwefelsäurepartikel. Sie entstehen immer dann, wenn Schwefelgase und Schwefeldioxid bei einem Vulkanausbruch in die Atmosphäre gelangen und dort mit winzigen Wassertröpfchen reagieren.

„Jahr ohne Sommer?“
Die dabei entstehenden Schwefel-Aerosole können monate- oder sogar jahrelang in der Atmosphäre bleiben. Wenn sie bis in die obersten Atmosphärenschichten, die Stratosphäre gelangen, funktionieren die winzigen Partikel wie ein Filter: Sie „schlucken“ Licht und Wärmestrahlung und behindern dadurch den Energiefluss von der Sonne auf die Erde. In den niedrigeren Atmosphärenschichten wirken die Aerosole zudem als Kondensationskeime für die Wolkenbildung: An ihnen schlägt sich der Wasserdampf der Luft nieder, bildet Tröpfchen und schließlich Wolken. Auch sie können abkühlend auf das irdische Klima wirken. Folge: Es wird kälter – und oft auch feuchter.

So wie im Jahr 1816, als ein Ausbruch des Vulkans Tambora in Indonesien für ein „Jahr ohne Sommer“ auf der Nordhalbkugel sorgte – Missernten und Hungersnöte inklusive. Allein in Indonesien starben dabei damals zehntausende von Menschen. Ein ähnliches Szenario, so vermuten Wissenschaftler, spielte sich auch nach dem Ausbruch des Laacher See-Vulkans ab. Denn auch dort gelangte viel Schwefel mit den Eruptionssäulen in die Stratosphäre.

Mächtige Tephraablagerungen 
Mächtige Tephraablagerungen
© Hans-Ulrich Schmincke  Mächtige Tephraablagerungen
Verhängnisvoller Mix
Dazu Schmincke in seinem Buch „Vulkane der Eifel“: „Wir gehen heute davon aus, dass […] über Monate bis Jahre große Niederschlagsmengen anfielen und dass diese Starkregen die gewaltigen Erosionsrinnen und Umlagerungen nicht nur im gesamten Neuwieder Becken auslösten.“ Die Niederschläge verbanden sich damals mit den Aschedecken und anderem Auswurfmaterial zu einem gefährlichen Mix. In Form von Schlamm- und Gerölllawinen – Forscher sprechen von Lahars – raste dieser die Vulkanflanken und Täler hinunter und landete zum Teil sogar in den Rheinauen.

Doch diese Phänomene waren offenbar nicht auf die Eifelregion beschränkt: „In ganz Mitteleuropa findet man in Seesedimenten oberhalb der Laacher See Tephralagen über viele Jahre unruhige Sedimentation im Einzugsbereich, vermutlich eine Folge der verheerenden Regenfälle, die durch den Klimaimpakt der Eruption auf der nördlichen Hemisphäre ausgelöst wurde“, so Schminckes Fazit.

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