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Freitag, 10.02.2012
Sieg oder Niederlage
Wenn Wetter Kriege (mit-)entscheidet

Im Laufe der Geschichte hat die Natur immer wieder bei Kriegen eine Rolle gespielt, oft war sie sogar das „Zünglein an der Waage“: Stürme, Regenfluten oder starke Wintereinbrüche beeinflussten das Ergebnis vieler entscheidender Schlachten. So vernichtete ein Orkan im Jahr 1854, während des Krimkriegs große Teile der alliierten Truppen Englands, Frankreichs und der Türkei, als sie die Stadt Sewastopol belagerten. 1812 trug der russische Winter dazu bei, dass Napoleons Armee vor Moskau den Rückzug antreten musste – die Soldaten waren nur unzureichend auf die Witterungsbedingungen vorbereitet.

 Teutoburger Wald
Teutoburger Wald
© GFDL  Teutoburger Wald
Regen und Sturm helfen Arminius dem Cherusker
Ein weiteres Beispiel ist die Varusschlacht im Jahr 9 n. Chr. In ihr besiegt das Heer der Germanen unter Arminius dem Cherusker die römischen Legionen von Quinctilius Varus. Noch heute gilt die Schlacht im „Teutoburger Wald“ als Anfang vom Ende der römischen Besatzung Germaniens. Arminius verdankt seinen Sieg aber nicht nur einer geschickten „Guerillataktik“, ihm kommt auch das Wetter zuhilfe. Am Anfang steht jedoch ein Verrat: Als vermeintlicher Verbündeter nutzt Arminius das Vertrauen des Varus, um ihn mit seinem gesamten Heer auf dem Weg ins Winterhauptquartier in eine Falle zu locken.

Mit dem Hinweis auf einen lokalen Aufstand bringt Arminius den Römer dazu, seinen gewaltigen, 20 Kilometer langen Tross von 15.000 bis 20.000 Soldaten und 5.000 Tieren, auf einen Umweg zu führen, abseits der gut ausgebauten Straße. Dieser allerdings führt durch unwegsames Gelände. Dichter Wald, steile Hänge und Hindernisse lassen die Römer nur langsam vorankommen. Immer wieder müssen sie anhalten, „um Bäume zu fällen, Wege zu bahnen und Dämme zu bauen“, wie der römische Historiker Cassius Cocceianus später berichtet.

Hermannsdenkmal 
Hermannsdenkmal
© GFDL  Hermannsdenkmal
Heftige Stürme und jede Menge Regen
Jetzt kommt auch noch das Wetter ins Spiel – gegen die Römer: Heftige Stürme und anhaltende Regenfälle erschweren den sonnenverwöhnten Besatzern das Vorankommen weiter. „Der Boden aber, schlüpfrig geworden um die Wurzeln und Baumstümpfe machte sie ganz unsicher beim Gehen, und die Kronen der Bäume, abgebrochen und herabgestürzt, brachte sie in Verwirrung“, so der Historiker in seinem Bericht.

Und genau das ebnete den Germanen den Weg zum Sieg: An solche Unbilden des Wetters und der Landschaft gewöhnt, stürmten die Truppen von Arminius aus den Wäldern hervor und griffen die weit auseinandergezogene Kolonne der Römer an. Diese hatten kaum eine Chance und wurden fast vollständig vernichtet.

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