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Freitag, 10.02.2012
Rickmers und Finsterwalder
Einer Mäzen, einer Kartograph

Die deutsch-sowjetische Alai-Pamir-Expedition von 1928 war Rickmers letzte große Forschungsreise. Nach der Rückkehr nach Deutschland am 28. November 1928 widmete er sich vor allem der Aufarbeitung seiner Arbeit in zahlreichen Berichten und wissenschaftlichen Publikationen, unter anderem einem sechsbändigen Werk über die Ergebnisse der Expedition von 1928.Als Dank für seine Verdienste bei der Erforschung Zentralasiens erhielt er 1930 von der Alpenuniversität Innsbruck die Ehrendoktorwürde.

Bücherpate für Alpinisten
Dass es Rickmers vor allem auch darauf ankam, sein Wissen mit anderen zu teilen und nicht selbst im Vordergrund zu stehen, hatte er bereits früh bewiesen.Schon 1895 lernte er die Bibliothek des britischen „Alpine Club“ kennen. Er wollte etwas ähnliches auch für den deutschen Sprachraum aufbauen und dachte dabei zuerst an seine eigene Sammlung von etwa 5.000 Büchern: „Als ich so vor den endlosen Reihen der Bände stand, kam mir der Gedanke, warum ich diese Schätze in ländlicher Stille versauern lassen sollte. Lesen würde ich sie ja doch nicht alle; und die Freude am bloßen Hamsterbesitz erschien mir plötzlich als geistige Beschränktheit. Gab ich alles hin, dann durften tausend andere mitgenießen, ohne dass ich darum weniger davon hatte. So entschloss ich mich, meine Bergbücher dem Deutschen und Österreichischen Alpenverein zu schenken.“

Im Jahr 1902 wurde mit Rickmers’ Hilfe schließlich die Zentralbibliothek des Alpenvereins in München eröffnet. Mit mittlerweile 70.000 Bänden ist die Alpenvereinsbücherei heute eine der größten alpinen Fachbücherei der Welt. Seine „Buchara-Sammlung“, die er auf den Reisen nach Russisch-Turkestan und in den Pamir zusammengetragen hatte, überließ er dem Berliner Museum für Völkerkunde.

Beginn einer Kartographen-Karriere
Für den jungen Richard Finsterwalder dagegen bedeutete die Expedition in den Pamir den Beginn seiner Karriere als Kartograph. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland wurde er zunächst als Dozent für Geodäsie an die Universität Hannover berufen.

Doch schon im Jahr 1934 bot sich ihm die Gelegenheit, an einem weiteren Meilenstein deutscher Hochgebirgsforschung teilzuhaben. Damals plante Deutschland, eine eigene Expedition in den Himalaya zu schicken, um nach mehreren gescheiterten Versuchen den 8.125 Meter hohen Nanga Parbat zu bezwingen. Das Ziel der Reise war somit eher bergsportlicher Natur. Doch der Expeditionsleiter und Bergsteiger Willy Merkl berief auch drei Wissenschaftler mit in die Expeditionsmannschaft – einer davon war der Kartograph Finsterwalder.

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