Scinexx-LogoSpringer-Verlag, Heidelberg
Freitag, 10.02.2012
Kambrium
Das "Aus" für die Trilobiten

Das Aussterben von Tier- und Pflanzenarten begleitet die Geschichte der Erde seit der Entstehung des Lebens, scheint fester Bestandteil der Evolution zu sein. Doch fünf Mal - einige Paläontologen sprechen auch von sechs Mal - in der Erdgeschichte erreichte das Massenausterben solche Ausmaße, dass ganze Lebenräume entvölkert und die Uhr der Evolution wie angehalten oder sogar zurückgedreht schien.

Die "großen Fünf" (oder sechs) hinterließen eine Welt, in der fast alle vorher dominierenden Organismen ausgestorben waren und die wenigen Überlebenden erst wieder ihren Platz im völlig umgestrickten Netzwerk des Lebens finden mussten...

Kambrium
Zeit: vor rund 520 Millionen Jahren
Ausmaß: 80 Prozent aller Tier- und Pflanzenarten
Prominente Opfer: Trilobiten
Ursachen: Meeresspiegelschwankungen, Klimawandel

Leben im Meer des Kambrium 
Leben im Meer des Kambrium
© Ghedoghedo / CC-by-sa 3.0  Leben im Meer des Kambrium
Vor rund 590 Millionen Jahren, zu Beginn des Kambriums, war die Erde tropisch warm: Ein ganzjährig warmes, nährstoff- und mineralienreiches Meer umspülte den einzigen, noch völlig kahlen Kontinent des Planeten. Der Ozean war der eigentliche Ort des Lebens. Einzellige Algen und quallenähliche Weichtiere schwammen durch das Wasser, aalartige Conodonten schlängelten sich über den Meeresboden und wurmähliche Lebewesen wühlten sich durch den nahrungsreichen Schlamm.

Doninierend waren jedoch die Trilobiten, krebsähnliche Gliederfüßer, die als erste ein segmentiertes Außenskelett entwickelt hattten. Sie breiteten sich im Laufe der Jahrmillionen über fast die gesamte Erde aus und behielten diese Herrschaft, trotz mehrerer Rückschläge, über mehr als 50 Millionen Jahre.

 Trilobit
Trilobit
© MMCD
Doch am Ende des Kambrium, vor 520 bis 505 Millionen Jahren, war es damit vorbei: Mehrfach hintereinander suchten ganze Aussterbewellen die Trilobiten und andere kambrische Meeresbewohner heim. Innerhalb von jeweils nur wenigen tausend Jahren verschwanden bis zu 80 Prozent aller Arten. Die Trilobiten sollten sich von diesem Mehrfachschlag nicht mehr erholen. Zwar Überlebten einige Arten, doch ihre vorherige Vormachtstellung erlangten sie nie wieder.

Auslöser dieses Untergangs war vermutlich eine plötzliche Abkühlung des Klimas, ausgelöst durch den allmählichen Zerfall des Riesenkontinents. Diskutiert werden aber auch Schwankungen des Meeresspiegels, die die weiten Flachwasserzonen abrupt schrumpfen ließen.

zurück   | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 | 20 | 21 |    weiter
Artikel drucken   Dossier komplett anzeigen
Suche
Erweiterte Suche
Diaschauen zum Thema
Die großen Massenaussterben
Archaeopteryx und Co.
Klimafolge Artensterben
Welt der Dinosaurier
Fossilien
Facts
Überblick
Das Wichtigste in Kürze
Artikel zum Thema
Massenaussterben
Katastrophale "Unfälle" der Evolution?
Überlebensrate 0,1 Prozent
Aussterben prägt die Erdgeschichte
Mehr als nur eine Frage der Masse...
Was kennzeichnet ein Massenaussterben?
Kambrium
Das "Aus" für die Trilobiten
Ordovizium
Aufstieg und Fall der räuberischen Nautiloideen
Devon
Die Ära der Panzerfische
Perm
Das größte Aussterben der Erdgeschichte
Trias
Als die Vorfahren der Saurier starben...
Kreide-Tertiär
Der Untergang der Dinosaurier
Wer war's?
Der erste Verdächtige: Meeresspiegelschwankungen
Todesfalle Temperatur?
Der zweite Verdächtige: Klimawandel
Kosmische Katastrophe?
Der dritte Verdächtige: Ein Meteoriteneinschlag
Kosmischer Killer oder Nebenschauplatz?
Die möglichen Auswirkungen eines Meteoriteneinschlags
Feuerspeiende Erde
Der vierte Verdächtige: Katastrophale Vulkanausbrüche
Flammendes Inferno mit globalen Folgen?
Die möglichen Folgen des Dekkan-Trapp-Vulkanismus
Impakt oder Vulkanismus?
Der Streit um das Aussterben der Dinosaurier
Der Fall Nemesis
Sind Massenaussterben periodisch wiederkehrend?
Tod mit System?
Periodizität als heißes Eisen und Streitfall
Wildwasser statt ruhiger Fluss
Massenaussterben als Motor der Evolution
Pech, Zufall oder Vorsehung?
Wer wird Opfer?
Wie stirbt man aus?
Faktoren, die das Aussterben begünstigen
Top-Diaschauen
Überleben im Winter
2012 und die Maya
Die großen Massenaussterben
Quallen
Riesenschlangen
Aktuelle Dossiers
Klima-Hotspot Moorböden
Wie Forscher den Treibhausgas-Emissionen von Mooren auf die Spur kommen
Schwelbrände im Gewebe
Chronische Entzündungen und ihre Ursachen
Röntgenblick in die Geheimnisse der Mumien
Neue bildgebende Verfahren helfen bei der Erforschung menschlicher Relikte
Auf Kante
Warten auf „The Big One“
Auch Pflanzen besitzen Stammzellen
Unerschöpflich kreativ
Energie-Produzent Gebäude
Wie Häuser zu Kraftwerken werden
Bermudas Unterwelt
Expedition zu den unterirdischen Salzwasserhöhlen einer Tropeninsel
Alte Seuchen in neuem Licht
Forscher untersuchen Resistenz gegen Pest und Cholera
Mehr Licht im Dunkel der Mars-Trabanten
Mit Mars Express und Phobos Grunt bei den „Söhnen“ des Kriegsgotts
Mikrobielle Mitbewohner auf Weltreise
Bakterien in Magen und Speichel helfen beim Erforschen menschlicher Wanderungen