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Montag, 15.03.2010
Flammendes Inferno mit globalen Folgen?
Die möglichen Folgen des Dekkan-Trapp-Vulkanismus

Vulkanausbruch 
Vulkanausbruch
© NASA
Mit dem Dekkan-Trapp- und dem sibirischen Trapp-Vulkanismus hat man inzwischen eine zeitliche Übereinstimmung für gleich zwei der großen Massenaussterben der Erdgeschichte mit gewaltigen Vulkanausbrüchen gefunden. Als "Übeltäter" überführt sind sie damit allerdings noch nicht. Zu dünn sind die Beweise. Doch angenommen, die Vulkane waren die Ursache - was genau wäre dann geschehen?

Um diese Frage zu beantworten, hat Terrence Gerlach vom Sandia National Laboratory die Folgen der Dekkan-Trapps Ausbrüche simuliert. Nach seinen Schätzungen spie die Erde allein zur Hauptausbruchsphase mehr als sechs Millionen Tonnen Schwefel, 30 Billionen Tonnen Kohlendioxid und rund 60 Milliarden Tonnen Chlor und Fluorverbindungen. Asche und Gase verteilten sich bis in die Stratosphäre und ließen die Temperaturen weltweit um vier bis fünf Grad sinken, ein vulkanischer Winter war die Folge.

Die von den unzähligen Vulkanschloten ausgestoßenen Mengen an Schwefel, Schwefelwasserstoff und Schwefeldioxid wurden in der Luft zu Schwefelsäure umgesetzt und fielen als saurer Regen. Das durch den Regen ebenfalls aus der Luft ausgewaschene Chlor reichte vermutlich aus, um in den obersten Wasserschichten von Meeren und Seen alles Leben auszulöschen.

Auch die Ozonschicht litt: Schon der Ausbruch des Krakatau im Jahr 1883 hat durch die von ihm ausgestoßenen 300 Tonnen Salzsäure die irdische Ozonschicht vorübergehend um bis zu acht Prozent dezimiert. Während des Dekkan-Trapps Vulkanismus stiegen jedoch Tausende von Tonnen an Salzsäure in die Atmosphäre auf und zerstörten dort einen Großteil des UV-Schutzfilters der Erde. Sowohl Pflanzen als auch Tiere könnten dadurch erheblich geschädigt worden sein.

Doch bei Kälte und Strahlung blieb es wahrscheinlich nicht. Kaum war der Vulkanwinter vorüber, begann das durch die Vulkane in die Atmosphäre geschleuderte Kohlendioxid, das irdische Klima langsam aufzuheizen. Da gleichzeitig die Meeresalgen durch sauren Regen und Chlor stark dezimiert waren, konnten auch die Ozeane das Treibhausgas nicht mehr binden. Vermutlich wurde durch das saure Meerwasser sogar noch zusätzlich CO2 aus den Carbonatsedimenten gelöst und an die Atmosphäre abgegeben.

Nach Schätzungen von Marc Javoy und Gil Michard von der Universität Paris könnten dadurch die globalen Temperaturen um rund fünf Grad angestiegen sein. Vielen ohnehin durch Kälte und Strahlung angeschlagenen Organismen hätte dies endgültig den Garaus gemacht.

Ob dieses Szenario sich so oder so ähnlich tatsächlich ereignet hat, ist nicht eindeutig nachweisbar. Sowohl in seinen unmittelbaren als auch in seinen längerfristigen Folgen ähnelt es den Auswirkungen eines Meteoriteneinschlags so sehr, dass Wissenschaftler bis heute darüber streiten, welchem der beiden die Rolle des "Hauptverdächtigen" beim Untergang der Dinosaurier gebührt.

Dewey McLean, einer der Hauptbefürworter der Vulkantheorie erklärt dazu: "Tatsächlich hat die Impakttheorie so große Lücken, dass ein Argentinosaurus hindurchpurzeln könnte, ohne irgendwo anzustoßen". Er räumt jedoch ein: "Gleiches gilt auch für die Vulkanismustheorie. Zum heutigen Zeitpunkt liefern beide Theorien bestenfalls das Gerüst für weitere Forschungen."

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