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Freitag, 10.02.2012
Brillenmonitore und Folientastaturen
OLEDS in der Mikrosystemtechnik

Forscher des IPMS planen schon weiter. Sie wollen organische Leuchtdioden für die Entwicklung einer vollkommen neuen Bauelementegeneration nutzen: der organischen Opto-Mikrosystemtechnik. Möglich wird dies durch die Integration von OLEDs in die oberste Metallschicht von CMOS-Bauelementen, das sind komplementäre Metall-Oxid-Halbleiter.

Mikrosdisplay auf der Brille
So lassen sich winzige, hoch integrierte Sende- und Empfangseinheiten auf einem Chip realisieren. Diese könnten dann in einem so genannten bidirektionalen Mikrodisplay eingesetzt werden, einem Chip, der sowohl Bilder wiedergeben kann als auch welche aufnehmen. Das ganze Kamera-Display-Kombibauteil misst gerade einmal 10 x 15 Millimeter – ideale Voraussetzung für ein leichtes Augmented Reality-Display (AR = Erweiterte Realtität). Das System lässt sich etwa in einer Brille integrieren.

 Transparente Weißlicht-OLED
Transparente Weißlicht-OLED
© Fraunhofer IPMS  Transparente Weißlicht-OLED
Durch die Brille nimmt der Nutzer wie gewohnt die Umgebung wahr. Zusätzlich werden weitere Informationen in sein Sichtfeld eingeblendet. Das System lässt sich über die Bewegung der Pupillen steuern. Eine erste Hürde bei der Entwicklung solcher „See-Through- Systeme“ haben die Forscher bereits gemeistert. Es ist ihnen gelungen, hocheffiziente Leuchtdioden in CMOS-Untergründe einzubauen. Das System verfügt über eine Leuchtstärke von bis zu 5.000 Candela pro Quadratmeter.

Leuchtende Folientastaturen
Organische Leuchtdioden eröffnen völlig neue Anwendungen – so können sie als selbstleuchtende Folientasten eingesetzt werden. Forscher am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP in Golm haben mit ihren Kollegen der Fachhochschule Potsdam, der Hochschule für Künste in Bremen und dem Neuruppiner Unternehmen TES Frontdesign eine solche Tastatur entwickelt.

Der Clou: Das Symbol ist selbst der Schalter und die Funktion ist über die jeweilige Beleuchtung zu erkennen. „Die OLED-Tastatur eignet sich für die Bedienfelder von großen Maschinen“, sagt Armin Wedel, Abteilungsleiter am IAP. „Der Anwender erhält über die Tasten selbst eine Information darüber, ob die Maschine eingeschaltet ist und welche Anwendung gerade läuft – und das auch in sehr dunklen Räumen.“

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