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Freitag, 21.09.2018
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Maschinen an die Macht...

Realistische Zukunftsprognose, Schreckensvision oder reine Fiction?

Während Moravec und Kurzweil in den leuchtendsten Farben "schöne neue Welten" mit übermenschlichen Maschinenwesen ausmalen und Androiden aller Art schon seit Jahren die Filmleinwände bevölkern, sind andere KI-Forscher weitaus skeptischer.

Roboter Elvis

Roboter Elvis

Einige von ihnen halten zwar eine solche Entwicklung rein technisch für möglich, sehen aber darin nur wenig Nutzen und vor allem nicht das eigentliche Ziel der KI-Forschung. Clemens Polatschek von der "Zeit" formulierte dies so: "Die AI hatte immer das Ziel, etwas zu schaffen, das menschliche Fähigkeiten nachbildet und für sich selbst existieren kann - aber das ist ja eigentlich nicht das, was wir wollen. Wir wollen nicht abgeschafft werden, wir wollen vielleicht etwas haben, das uns hilft, Dinge besser zu machen."

Andere, wie Bill Joy, führender Kopf der Computerfirma Sun-Microsystems und prominenter Kritiker von Ray Kurzweil, warnen vor den Konsequenzen einer solchen "irregeleiteten" Entwicklung. Joy fordert sogar eine freiwillige Beschränkung der Forschung in den Bereichen, die langfristig potenziell gefährliche, künstliche Intelligenzen produzieren könnten. Auch Wolfram Burgard, Informatiker der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, mahnte unlängst in dem Technikmagazin "Telepolis": "Da muss der Forscher selbst drüber nachdenken, ob dies gesellschaftlich und ethisch vertretbar ist. Aber auch die Gesellschaft sollte darauf aufpassen dass unser Weg nicht in diese Richtung geht."

Andererseits ist jedoch ohnehin noch lange nicht klar, ob Roboter überhaupt jemals wirklich menschenähnlich werden können. Hod Lipson vom "Golem-Project" der Brandeis-Universität hält Ängste vor sich selbst-replizierenden intelligenten Maschinenwesen für absolut nicht gerechtfertigt: "Wir sind weit davon entfernt, eine Ansammlung humanoider Roboter, die in ihren Werkstätten immer mehr ihresgleichen bauen, zu erleben."

Und auch Burgard pflichtet ihm hier bei, da es Robotern seiner Ansicht nach immer an Anpassungsfähigkeit fehlen wird. Er sagt gegenüber "Telepolis": "Wenn sie beispielsweise einen Computer bei minus 50 Grad nach draußen packen, wird dieser wohl von selbst kaum einen Rollkragenpullover überziehen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir jemals etwas haben werden, das wirklich mit dem menschlichen Organismus vergleichbar ist."

Ob die Maschinenwesen wirklich einmal intelligent werden und ob sie eines Tages die menschliche Evolution als unsere Nachfolger fortführen - noch sind alle Zukunftsszenarien, egal ob optimistisch oder nicht, wenig mehr als Spekulation. Die KI-Forschung hat gerade einmal die ersten Schritte auf dem langen Weg zur künstlichen Intelligenz beschritten. Wohin dieser Weg letztendlich führt, wird die Zukunft zeigen müssen...
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Nadja Podbregar
Stand: 20.05.2002
 
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