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Montag, 27.06.2016
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Pionierarbeit in Sachen Shale Gas

Forschungsprogramm GASH untersucht Vorkommen in Europa

Es heißt ganz einfach GASH, doch es könnte einen entscheidenden Wendepunkt für die Energieversorgung Europas bedeuten. Denn GASH (Gas Shales in Europe) ist ein neues Forschungsprogramm, das die Shale Gas-Vorkommen in Deutschland, den Niederlanden, Skandinavien und anderen Ländern erstmals präzise untersuchen wird.

Flamme eines Gasherdes

Flamme eines Gasherdes

Bisher wurde diese natürliche Gasquelle in Europa nur wenig beachtet und dementsprechend steckt die Forschung dazu noch in den Kinderschuhen. Ziel von GASH ist es nun, diesen Missstand zu beheben und eine sichere wissenschaftliche Basis für eine mögliche spätere kommerzielle Nutzung des Shale Gas zu schaffen.

Europäische Task Force


Klar ist dabei längst, dass es auch in Westeuropa vielerorts Schwarzschieferschichten in großer Tiefe gibt, in den vermutlich größere Mengen des begehrten Erdgases lagern. Wissenschaftler schätzen sogar, dass unter unseren Füßen erstaunliche 14 Billionen Kubikmeter Shale Gas auf ihre Förderung warten.

„Man findet diese Schichten in Deutschland, nicht nur hier in Brandenburg, auch in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, in vielen Ländern. Und man kann nach Norden gehen, Dänemark, Schweden. Wir wissen, es gibt so etwas in England, Frankreich, und sehr wahrscheinlich in Polen, in der Türkei“, sagte Professor Brian Horsfield vom Deutschen GeoForschungsZentrum (GFZ) in Potsdam im September 2008 im Deutschlandfunk. Zusammen mit seinem Kollegen Hans-Martin Schulz ist er ab Januar 2009 für die Koordination aller Aktivitäten innerhalb von GASH verantwortlich.

Eine Konferenz als inoffizieller Startschuss


Sie sind aber nur die Speerspitze einer vielköpfigen interdisziplinären und multinationalen Experten-Task Force aus Forschungsinstituten, geologischen Diensten, Universitäten oder der Industrie, die ab Januar 2009 an diesem Projekt beteiligt sind.

Inoffizieller Startschuss für GASH war die Konferenz „Shale Gas in Europe“. Am 24. September 2008 trafen sich dazu am GFZ über 100 Wissenschaftler und Vertreter der führenden Öl- und Gasunternehmen aus aller Welt, um Forschungskonzepte für diese neue „Wunderwaffe“ der Energieunternehmen zu diskutieren und zu planen.

Ein Programm der Superlative


Doch was genau wird in dem sechs Jahre dauernden Programm passieren? Welche Herausforderungen haben die Wissenschaftler zu bestehen? Um erst einmal einen genauen Überblick über die Shale Gas-Vorkommen in Europa zu bekommen, wird ein Konsortium unter Leitung von Hans Doornenbal und Jan-Diederik van Wees von der Niederländischen Organisation für Angewandte Naturwissenschaftliche Forschung (TNO) zunächst eine europaweite Schwarzschiefer-Datenbank aufbauen. Dabei werden die zugänglichen Daten der europäischen geologischen Dienste kompiliert und in Form eines geografischen Informationssystems visualisiert.

In der Datenbank abrufbar sein werden unter anderem Informationen über die Vorkommen in den beteiligten Ländern und Daten zur Mächtigkeit und Ausdehnung der lokalen Schwarzschieferschichten.

Stand 10.10.2008