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Freitag, 10.02.2012
CMS: Riesenmagnet auf Myonsuche
Myonen als Indizien für das Higgs-Boson

Auch das CMS-Experiment ist, wie ATLAS, Teil der Suche nach dem „Gottesteilchen“. Dafür nutzt es jedoch andere technische Herangehensweisen. Außerdem soll dieser Detektor auch bei der Suche nach Extra-Dimensionen und der Erforschung der Dunklen Materie helfen.

Schematischer Aufbau des CMS-Detektors 
Schematischer Aufbau des CMS-Detektors
© CERN  Schematischer Aufbau des CMS-Detektors
Der Name „Compact Muon Solenoid" gibt bereits erste Hinweise auf das Innenleben des aus 100 Millionen Einzelteilen bestehenden Detektors: Denn das ganze Instrument ist im Prinzip um eine riesige Magnetspule, den Solenoiden, konstruiert. Die zylindrische Spule aus supraleitendem Kabel erzeugt ein Magnetfeld von vier Tesla, und damit dem Zehntausendfachen des Erdmagnetfelds. Damit ist der CMS der weltweit größte supraleitende Magnet dieser Art. Die Energie in seinem Magnetfeld würde ausreichen, um 18 Tonnen Gold zu schmelzen.

Myonen als entscheidendes Indiz
Kontrolliert wird diese gewaltige Kraft durch ein stählernes Eisenjoch, das die Magnetfeldlinien schließt und das Feld so begrenzt. In ihm wurde genauso viel Stahl verbaut wie im Eiffelturm in Paris. In das Joch integriert sind die Myonkammern, das vielleicht wichtigste Nachweisinstrument des CMS. Denn die negativ geladenen Myonen entstehen unter anderem beim Zerfall des Higgs-Bosons. Sie gehören in die gleiche „Familie“ von Elementarteilchen wie die Elektronen, besitzen aber fast die 200fache Masse.

 Der ausgefahrene CMS-Detektor, bevor er in die Tiefe herabgelassen wurde.
Der ausgefahrene CMS-Detektor, bevor er in die Tiefe herabgelassen wurde.
© CERN  Der ausgefahrene CMS-Detektor, bevor er in die Tiefe herabgelassen wurde.
Aneinandergelegt würden die gasgefüllten Myonkammern des Detektors eine Fläche von insgesamt 18.000 Quadratmetern bedecken. Passiert ein Myon eine dieser Kammern, ionisiert es das Kammergas und löst damit ein elektrisches Signal aus. Aus den Signalen mehrerer durchflogener Kammern ergibt sich dann der Weg des Myons. Immerhin bis auf 0,2 Millimeter genau kann seine Position damit bestimmt werden.

Ähnlich wie bei ATLAS wäre auch beim CMS die Datenmenge wegen der hohen Kollisionsfrequenz des LHC viel zu groß. Daher erledigt auch hier ein „Trigger-System“ die Vorauswahl. Dennoch wird der Detektor pro Jahr gigantische 50.000 Terabyte an Daten liefern. Ausgewertet werden können diese Mengen nur mithilfe des Grid, des weltweit verteilten Computernetzwerks.

CMS in Zahlen

  • Abmessungen: Höhe 15 Meter, Länge 21 Meter
  • Gewicht: 12.500 Tonnen
  • Form: Tonne mit Endkappen
  • Lage: nahe dem Ort Cessy in Frankreich
  • Beteiligt am Experiment sind mehr als 2.000 Wissenschaftler von 155 Forschungseinrichtungen aus 37 Ländern

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