Scinexx-Logo
Scinexx mobil
Mobil
Jetzt neu: Nutzen Sie unser Smartphone optimiertes Angebot.
Erfahren Sie mehr
Scinexx auf Facebook
Werden Sie Scinexx-Fan und kommentieren Sie unsere Artikel auf Facebook!
Scinexx auf Facebook
Newsletter
Bestellen Sie jetzt den kostenlosen Newsletter!
Weitere Titel bei Amazon
Unser Partner
Logo Bild der Wissenschaft
Wissen erleben
Science Center
Naturkundemuseen
Sternwarten
Planetarien
Zoos
Nationalparks
Naturparks
Geoparks
Besucherbergwerke
Botanische Gärten
Schülerlabore
Lernwelten
Lernwelten

Erleben, Lernen, Wissen
Antworten auf viele Fragen zu Alltagsphänomenen, kniffelige Quizze, spannende Tipps für Entdeckernaturen und vieles mehr...

Streit um den Kompass
Italiener oder doch Chinesen als Erfinder?

Als die portugiesischen und spanischen Seefahrer im 15. Jahrhundert zu ihren ersten waghalsigen Forschungsreisen um das Kap der Guten Hoffnung oder zu den Gewürzinseln aufbrachen, hatten sie ein wichtiges Hilfsmittel an Bord: den Kompass.

 Fernando Magellan
Fernando Magellan
© Magellan Academies
Dieser leistete europäischen Abenteurern wie Fernando Magellan oder Vasco da Gama unschätzbare Dienste bei der Bestimmung der Himmelsrichtungen und damit beim Halten eines festgesetzten Kurses. Ohne dieses Messgerät wären viele der historischen Streifzüge und Eroberungen im Zeitalter der Entdeckungen vermutlich gar nicht zu realisieren gewesen.

Magische Anziehungskraft auf Eisen
Als Erfinder des Magnetkompass gefeiert wird noch heute der Italiener Flavio Gioia aus der Stadt Amalfi, wo im Hafen sogar ein Denkmal zu seinen Ehren aufgestellt ist. Doch die Ursprünge des Magnetkompass reichen viel weiter in die Vergangenheit zurück.

Kompassvorläufer aus China 
Kompassvorläufer aus China
© gemeinfrei  Kompassvorläufer aus China
Schon die Chinesen erkannten weit vor Christi Geburt, dass Gesteine wie Magnetit eine scheinbar magische Anziehungskraft auf alle Gegenstände aus Eisen ausübten. Sie stellten aus diesem Gestein sogar Löffel her, die für magische Zwecke wie die Weissagung oder das Festlegen einer günstigen Grabstätte eingesetzt wurden.

Mit der Zeit fand man dabei heraus, dass sich die ausbalancierten Löffel am Ende der Rotationsbewegung immer in Nord-Süd-Richtung ausrichteten. Einfache Kompasse aus Magnetit sollen daraufhin – an Fäden hängend – bereits bei der Navigation auf den Dschunken eingesetzt worden sein.

Nadeln mit Fisch- und Schildkrötenform
Doch damit nicht genug. Ein neues Phänomen beschäftigte einige Zeit später die chinesischen Erfinder: Strichen sie einige Male mit einem Magnetstein über eine Eisennadel, begann auch diese anderes Eisen anzuziehen. Und um das Jahr 1090 stellte man schließlich fest, dass sich eine solche magnetisierte Nadel, wenn sie frei beweglich aufgehängt wurde, immer in Nord-Südrichtung ausrichtete – das Grundprinzip des Kompasses war erfunden.

Allerdings sahen die ersten chinesischen Messgeräte noch ganz anders aus als die uns heute bekannten Kompasse: Zur Ermittlung der Himmelsrichtungen wurde beispielsweise eine wie ein Fisch oder wie eine Schildkröte geformte Nadel in einem mit Wasser gefüllten Kasten deponiert.

Wie man die Messgeräte damals herstellte, ist ebenfalls bekannt. „Eine dünne Schicht geschmolzenen Eisens wird in Form eines Fisches gegossen. Noch in geschmolzenem Zustand wird der Fisch magnetisiert, indem man ihn, mit dem Schwanz in Richtung Norden weisend, abkühlen lässt. Das dünne Fischblatt wird sodann in einen Kasten voll Wasser gegeben, wo es auf der Oberfläche schwimmt. Wenn das Behältnis vor Wind geschützt wird und der Fisch frei schwimmt, zeigt sein Kopf direkt nach Süden.“, zitiert die Autorin Madeleine Amberger im Radiosender Österreich 1 eine alte chinesische Überlieferung.

Süd statt Nord
 Einfacher Schiffskompass
Einfacher Schiffskompass
© P. Brundel / gemeinfrei  Einfacher Schiffskompass
In Europa tauchten die ersten „nassen“ Kompasse dann vermutlich gegen Ende des 12. Jahrhunderts auf. Ob es sich dabei um eine eigenständige Entwicklung handelt, oder ob die Araber das Wissen über die chinesische Erfindung nach Europa mitbrachten, ist bis heute nicht endgültig geklärt.

Flavio Gioia aus Amalfi könnte vielleicht derjenige gewesen sein, der das Prinzip des nassen Kompasses weiterentwickelte, indem er die Magnetnadel trocken und gut beweglich auf einer feinen Spitze platzierte. Aber sicher ist auch das nicht, denn es ist unklar, ob Gioia überhaupt jemals gelebt hat…

zurück   | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 |    weiter
Artikel drucken   Dossier komplett anzeigen
Suche
Erweiterte Suche
Diaschauen zum Thema
Chinesische Erfindungen
Seidenstraße
Kohlebrände
Krisengebiete
Facts
Überblick
Das Wichtigste in Kürze
Artikel zum Thema
Erfindungen „made in China“
Spannende und ungewöhnliche Geniestreiche aus dem Reich der Mitte
Spielwiese für Erfinder
China überlegen in Wissenschaft und Technik
Steinzeit-Spaghetti vom Gelben Fluss
Chinesen als erste Pasta-Produzenten?
Schwarzpulver, Feuerwerk und Raketen
Handwerk mit langer Tradition
Streit um den Kompass
Italiener oder doch Chinesen als Erfinder?
Viel besser als Papyrus und Pergament
Wie die Chinesen dem Papier auf die Spur kamen
Allzweckwaffe Papier
Eine Erfindung erobert die Welt
Schreiben, Abklatschen, Drucken
Auch die Druckkunst stammt aus Fernost
Erdbebenfahndung auf chinesisch
Das Seismoskop von Zhang Heng
Top-Diaschauen
Dunkle Materie
Smart Plastics
Planeten
Tiefseegräben
Rätselhafter Merkur
Aktuelle Dossiers
Die Molekül-Sortierer
Neue Formen des Recyclings für den Rohstoff-Bedarf von morgen
Schimpansen - der Film und die Realität
Ein Blick auf Forschung und Forscher hinter dem Disney-Naturfilm
Warten auf das solare Maximum
Die Aktivität unserer Sonne und ihre Kapriolen
HPV: Impfung gegen Krebs
Was bringt die Schutzimpfung gegen das Humane Papillomavirus?
Grüne Gentechnik
Von den Kartoffeln der Inkas zum Gen-Soja
Vögel, die auf Städte fliegen
Wie passen sich Amsel, Meise und Co. an das urbane Leben an?
Die große Flut
Forscher enträtseln die Urzeit-Katastrophe am Mittelmeer
Stadt, Land, Leere
Der demografische Wandel und die Folgen
Nanopartikel
Die unsichtbaren Helfer und ihre Schattenseiten
Mehr als nur Fisch…
Die Rolle von Hering und Co. im Ökosystem Ozean - und die Folgen der Fischerei