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Sonntag, 24.06.2018
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Rollende Geologen in Aktion

Ein Tag im Leben eines Rovers

Rover neben Landekapsel

Rover neben Landekapsel

Ein typischer Tag im "Leben" eines Mars Explorer Rovers beginnt mit dem morgendlichen "Klingeln" des bordeigenen Weckers. Da er durch Sonnenenergie angetrieben wird, kann er von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang aktiv sein, muss aber jede Nacht pausieren.

Jeden Morgen erhält der Rover einen neuen Tagesbefehl von der Bodenstation. Von der Erde kommend wird dieser von seiner Hochleistungsantenne empfangen und an das "Gehirn" des Rovers weitergeleitet. Der Tagesplan umfasst eine Aufgabenportion, die der Rover an dem jeweiligen Tag und am Morgen des nächsten Tages durchführen soll und kann. Die Überlappung mit dem nächsten Tag ist nötig, um die Zeit zwischen Weckruf und dem Empfang des Tagesbefehls zu überbrücken.

Hat er seine Aufgaben erhalten, macht sich der Rover an sein "Tagwerk". Das kann beispielsweise die Aufnahme eines Panoramas zur Auswahl lohnender zukünftiger Studienobjekte sein oder Messungen mit den wissenschaftlichen Instrumenten, die der Rover an seinem Roboterarm trägt. Andere Aufgaben könnten das Zurücklegen einer bestimmten Wegstrecke beinhalten oder die Erforschung eines bestimmten, von den Wissenschaftlern der Bodenstation ausgewählten Felsens.

An einem solchen Felsen angekommen, wird der Rover zunächst seinen Roboterarm mit der Mikroskopkamera ausfahren um Nahaufnahmen der Oberfläche des Gesteins zu machen. Durch eine leichte Armdrehung kann er dann mithilfe einer Gesteinsfräse, dem "Rock Abrasion Tool" (RAT), die obersten, erodierten Schichten entfernen und so das geschützte Innere freilegen. Während die Mikroskopkamera auch hier Nahaufnahmen registriert, sammeln das Alphateilchen Röntgenspektrometer und das Mössbauer-Spektrometer Daten zur Zusammensetzung des Gesteins.

Am späten Nachmittag ist der Rover bereit zum "Rapport": Er übermittelt die während des Tages gesammelten wissenschaftlichen Daten zurück an die Erde. Dies geschieht sowohl über eine Direktverbindung mittels der Hochleistungsantenne, aber auch über die in der Marsumlaufbahn kreisenden Sonden Mars Global Surveyor und Mars Odyssey, die als Kommunikationsrelais dienen.

Während sich der Rover auf dem Mars für die Nacht bereit macht, beginnt für die Besatzung der Bodenstation auf der Erde die eigentliche Arbeit: Sie müssen die gesendeten Daten analysieren und bewerten und daraus die Kette von Befehlen und Anweisungen entwickeln und formulieren, die der Rover am nächsten Morgen als Tagesbefehl erhalten soll.

Stand: 20.12.2003
 
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