• Schalter wissen.de
  • Schalter wissenschaft
  • Schalter scinexx
  • Schalter scienceblogs
  • Schalter damals
  • Schalter natur
Scinexx-Logo
Logo Fachmedien und Mittelstand
Scinexx-Claim
Facebook-Claim
Google+ Logo
Twitter-Logo
YouTube-Logo
Feedburner Logo
Mittwoch, 17.01.2018
Hintergrund Farbverlauf Facebook-Leiste Facebook-Leiste Facebook-Leiste
Scinexx-Logo Facebook-Leiste

Verweht oder versickert?

Auf der Suche nach dem verlorenen Wasser

Flüssiges Wasser im Untergrund?

Irgendwann vor rund 3,5 Milliarden Jahren trat ein dramatischer Wandel ein: das Klima veränderte sich. Der Mars verwandelte sich von einer warmen, feuchten und lebensfreundlichen Umgebung in einen kalten und trockenen Planeten. "Etwas geschah innerhalb von nur 100 Millionen Jahren. Der atmosphärische Druck und die Temperaturen sanken sehr schnell ab. Warum? Niemand weiss es", erklärt Agustin Chicarro, Wissenschaftler der ESA-Mission Mars Express.

Das Wasser verschwand. Doch wohin? Auch diese Frage ist bis heute ungeklärt. Im Prinzip gäbe es zwei Möglichkeiten: Zum einen könnte es verdunstet und mit einem Teil der Atmosphäre in den Weltraum entwichen sein. "Um herauszufinden, ob es vom Planeten entweicht, müssen wir uns die Ausgasungsvorgänge der Atmosphäre ansehen", erklärt Marcello Coradini, ESA-Koordinator für Weltraummissionen im Sonnensystem. Und genau dies soll im Rahmen der Mars Express-Mission geschehen. Vor allem der Orbiter trägt gleich sieben Instrumente, die Untersuchungen zur Atmosphäre und zum Verbleib des Wassers anstellen werden.

Doch das Wasser könnte auch den umgekehrten Weg genommen haben: in den Untergrund. Ein Indiz dafür liefern die Meteoritenkrater des Mars. Viele von ihnen, vor allem polseits der 45. Breitengrade sind von gelappten Strukturen umgeben. Sie entstehen typischerweise dann, wenn ein Körper in nassen oder gefrorenen Boden einschlägt. Marsgeologen schließen daraus, dass es unter der Oberfläche eine stabile Permafrostschicht aus Wassereis geben könnte.

"In diesen Regionen haben sogar die kleineren Krater diese lappigen Muster", erklärt Francois Costard vom französischen Labor für Planetengeologie. "Das deutet daraufhin, dass das Untergrundeis hier nahe unter der Oberfläche liegen muss." Modellrechnungen zufolge könnte die Eisschicht in mittleren und hohen Breiten drei bis sieben Kilometer dick sein, nahe dem Äquator immerhin noch ein bis drei Kilometer.

Gefangen in Hohlräumen des Gesteins könnte, so glauben einige Forscher, ein Teil des Untergrundwassers vielleicht sogar aufgetaut sein. Das würde bedeuten, dass auch heute noch flüssiges Wasser, und damit die Grundvoraussetzung für Leben, auf dem Mars existiert - wenn auch unter der Oberfläche. Auch hier hoffen die Forscher auf die jetzt startenden Missionen. Sowohl die Landesonde Beagle 2 als auch die beiden NASA-Rover sollen durch Bohrungen und Gesteinsanalysen nach Hinweisen auf Wasser fahnden.

Zusätzlich wird sich auch der Mars Express Orbiter mit seinem MARSIS-Radar an dieser Suche beteiligen. Verbirgt sich tatsächlich Wasser in gefrorenem oder flüssigen Zustand unter der Oberfläche, müsste es sich durch starke Radarechos verraten...

Stand: 20.12.2003
 
Printer IconShare Icon