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Sonntag, 22.07.2018
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Überblick

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Staat Afghanistan nahm seinen Anfang im Jahr 1747. Damals schlossen sich die Oberhäupter verschiedener Paschtunen-Stämme zusammen und akzeptierten einen gemeinsamen Emir, Ahmad Shah Abdali


  • Die Paschtunen sind auch die Namensgeber des Staates. Denn „afghan“ ist der persische Begriff für Paschtune. Afghanistan das „Land der Paschtunen“.

  • Heute hat Afghanistan etwa 30 Millionen Einwohner – eine Volkszählung hat es jedoch nie gegeben. Durch die zahlreichen Flüchtlingsströme in den letzten Jahrzehnten besteht diesbezüglich eine große Unsicherheit


  • Etwa 40 Prozent der Afghanen sind Paschtunen, 30 Prozent Tadschiken, 20 Prozent Hazara, fünf Prozent Usbeken. Der Rest setzt sich aus Nuristani, Turkmenen, Belutschen, Paschai, Aimaq, Farsiwan und weiteren kleineren Volksgruppen zusammen.


  • Afghanistan hat zwei offizielle Landessprachen: Dari, Persisch, wird von etwa der Hälfte aller Afghanen gesprochen, Paschtu sprechen 35 Prozent.


  • Im Jahre 1919 erklärte Afghanistan seine Unabhängigkeit in den Staatsgrenzen von heute. Damit war eine Jahrhunderte lange Zeit als Pufferzone zwischen Großmächten beendet.


  • Mohammed Sahir Schah bestieg mit 19 Jahren den afghanischen Thron. In 40jährigen seiner Amtszeit war Afghanistan eine konstitutionelle Monarchie – und erlebte seine längste durchgehende Friedenszeit.


  • 1973 wurde Afghanistan unter Führung der kommunistischen DVPA zur Republik erklärt. Die Führung konnten die DVPA aber nur mit Hilfe der Sowjetunion halten.


  • Im Jahr 1979 marschierte die sowjetische Armee in Afghanistan ein, um das kommunistische Regime zu stabilisieren. Der Afghanistan-Krieg dauerte bis zum Abzug der Sowjetarmee im Jahre 1988. Im Afghanistan-Krieg starben bis zu 1,5 Millionen Menschen.


  • In dieser Zeit formierten sich die Mudschaheddin, die „Kämpfer für den Heiligen Krieg für den Islam“, als Gegenbewegung und Widerstand gegen die Invasion der Russen.


  • In der Zeit nach dem Bürgerkrieg versank Afghanistan im Chaos. Sowohl die Sowjetunion, als auch die USA und Pakistan unterstützten die kämpfenden Parteien in Afghanistan weiterhin finanziell.


  • 1994 traten in Afghanistan erstmals die in Pakistan gegründeten Taliban in Erscheinung. Sie waren zunächst relativ populär, weil sie dem Land nach den langen Kriegsjahren Stabilität versprachen. Nach und nach konnten sie sich in ganz Afghanistan etablieren und errichteten ein Regime, das sehr stark vom radikal-orthodoxen Islam und dem Paschtunwali, dem Rechts- und Ehrenkodex der Paschtunen geprägt war. So war beispielsweise Frauen eine Reihe von Verboten auferlegt, sie hatten ihre Körper vollständig zu verhüllen, durften nicht arbeiten und sich nicht alleine, ohne männliche Begleitung, auf der Straße zeigen. Rechtsverstöße wurden mit der Amputation von Körperteilen, mit öffentlichen Steinigungen oder Prügel bestraft


  • Weil der Saudi Osama Bin Laden, einer der Führer der islamistischen Terror-Organisation Al-Qaida in Afghanistan Unterschlupf fand, griffen die USA Afghanistan im Oktober 2001, einen Monat nach den Anschlägen auf das World-Trade-Center an, für die sich Al-Qaida als verantwortlich erklärt hatte.


  • Mit der Intervention der USA, die sich auf ein UNO-Mandat berufen konnte, fand das Taliban-Regime sein Ende.


  • Im Dezember 2001 trafen sich in Bonn Führer der Mudschaheddin und afghanischer Exilgruppen, wo sie das „Petersberger Abkommen“ verabschiedeten. Darin wurden ein Stufenplan zur Demokratisierung Afghanistans verabschiedet und eine Übergangsregierung mit dem Paschtunen Hamid Karzai als Präsident und zahlreichen Ex-Mudschaheddin als Minister festgelegt.


  • Gleichzeitig bat die neue afghanische Regierung um Unterstützung durch eine internationale Truppe. Diese Aufgabe mit UNO-Mandat übernahm die Internationale Sicherheitsunterstützungstruppe ISAF. An der ISAF beteiligt ist auch die Bundeswehr.


  • Im Jahr 2004 verabschiedete Afghanistan eine neue Verfassung. Ebenfalls in diesem Jahr fanden Präsidentschaftswahlen statt, bei denen Präsident Karzai in seinem Amt bestätigt wurde. Im Jahr 2005 fanden erstmals nach Bürgerkrieg und Taliban freie Parlamentswahlen statt. Sie markieren das Ende des „Petersberger Prozesses“.


  • Dennoch hat sich die Sicherheitslage seitdem erheblich verschlechtert.
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Stand: 25.07.2008
 
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