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Freitag, 10.02.2012
Überblick
Das Wichtigste in Kürze

  • Aktuellen Berechnungen zufolge verschwinden heute 150 Spezies für immer von der Erde – täglich. Schuld daran ist noch immer vor allem der Mensch.


  • Gnadenlose Jagd, das Abholzen der Wälder, zunehmende Umweltverschmutzung und nicht zuletzt der vom Menschen-gemachte Klimawandel sind verantwortlich dafür, dass das Artensterben eine neue Dimension erreicht hat.


  • Um die genetische Vielfalt der heute auf unserem Planeten lebenden Organismen zu retten, rücken in den letzten Jahren zum Teil futuristisch anmutende Konzepte in den Mittelpunkt des Interesses: Tiefkühlzoos, Saatgut-Bibliotheken, Genbanken.


  • In diesen modernen Archen Noahs des 21. Jahrhunderts werden DNA, Eizellen und Spermien von Tieren oder die Samen von Pflanzen eingefroren und so für die aktuelle Forschung, aber auch für die Nachwelt erhalten.


  • So ist im Permafrostboden der Insel Spitzbergen am 26. Februar 2008 feierlich der so genannte Svalbard Global Seed Vault eröffnet worden. Bei minus 18 Grad Celsius sollen dort bis zu 4,5 Millionen Proben von Pflanzensamen sicher eingelagert werden.


  • Hauptziel des Depots ist die möglichst vollständige Erhaltung der 21 wichtigsten Nutzpflanzenarten weltweit inklusive der dazugehörigen Wildpflanzen und aller heute existierenden, zum Teil seltenen Kulturarten.


  • In Deutschland hat Ende April 2008 die „Deutsche Genbank Obst“ ihre Arbeit aufgenommen. Sie soll einen entscheidenden Beitrag zur Erhaltung der genetischen Ressourcen von Erdbeeren, Kirschen, Birnen, Pflaumen und Strauchbeeren leisten.


  • Eine Sicherheitskopie des weltweiten Tierbestandes soll dagegen im Projekt „CRYO-BREHM“ angelegt werden. Die Forscher sammeln aber nicht die Tiere selbst, sondern mit neu entwickelten Methoden gewonnene Stammzellen der Arten, die mittels Kryokonservierung haltbar gemacht werden.


  • Das britische Pendant zur deutschen „CRYO-Brehm“ heißt „Frozen Ark“. In der Genbank sollen Gewebeproben, Spermien, aus den Zellen der Tiere extrahierte DNA oder sogar komplette kleine Organismen „on the rocks“ überdauern.


  • Die Macher des Projektes hoffen unter anderem darauf, dass Wissenschaftler in der Zukunft in der Lage sein werden, ausgestorbene Tiere mithilfe ihrer DNA wiederauferstehen zu lassen.


  • Gegen das Artensterben in freier Natur helfen die Genbanken meist nicht weiter. Sie dienen lediglich dazu, ein Back-Up der heutigen biologischen Vielfalt für den Fall zu erstellen, dass auch die besten Schutzmaßnahmen versagen.

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