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Freitag, 10.02.2012
Wiederauferstehung dank Klonen und Leihmüttern?
Wertvolle „Blaupausen“ der Tiere

Die in der Genbank „Frozen Ark“ enthaltenen „Blaupausen“ sind für Wissenschaftler schon heute ein biologisches El Dorado. Das Material kann ihnen wertvolle Informationen über die Entwicklung, Anatomie, Ökologie und Biochemie der jeweiligen Art liefern und deshalb wird es auch bereits in großem Umfang für Forschungszwecke eingesetzt.

 DNA
DNA
© MMCD
Aber Experten wie Clarke sehen noch mehr Möglichkeiten: „Es gibt sogar die Chance, dass Wissenschaftler in der Zukunft in der Lage sein werden, die Tiere mithilfe ihrer DNA wiederauferstehen zu lassen. Aber wenn wir diese jetzt nicht retten, wird es niemals solch eine Möglichkeit geben.“

Doch nicht nur das Klonen von längst ausgestorbenen Spezies könnte „Frozen Ark“ irgendwann einmal möglich machen. Vielleicht noch einfacher wäre es, die im Rahmen des Projektes eingefrorenen Ei- und Spermazellen einer Art aufzutauen, zu verschmelzen und dann den Embryo von einer Leihmutter austragen zu lassen.

Schwangerschaft mithilfe von Spermaeis
Was heute schon möglich ist, zeigt das Beispiel Lulu. Bei dieser Nashorndame im Zoo Budapest wurde im Oktober 2007 eine Schwangerschaft fest gestellt – zunächst einmal nichts Besonderes. Doch ihre Schwangerschaft ist das Resultat einer künstlichen Besamung mit drei Jahre lang eingefrorenem Sperma eines knapp 2.000 Kilometer weit entfernt lebenden Nashornbullen. Und das ist eine Novität, die Hoffnung weckt für die aussterbende Tierart. Denn was bei Kühen oder Pferden längst Routine ist, ist erst jetzt zum allerersten Mal bei einem Nashorn gelungen.

Keine Rettung für das Nördliche Breitmaulnashorn
„Dies ist ein enorm wichtiges Ergebnis für die Artenschutzbemühungen“, sagt Robert Hermes vom Berliner Leibniz-Institut für Zoo und Wildtierforschung (IZW). Beispielsweise für das Nördliche Breitmaulnashorn, von dem es lange Zeit nur noch drei, möglicherweise vier in der Wildbahn und acht in zoologischen Gärten gab, hätte diese Methode eine wichtige (Ver-)Sicherung für das Überleben darstellen können - hätte. Denn wie die Zoologische Gesellschaft in Frankfurt Ende Mai 2008 mitteilte, sind die letzten in freier Natur existierenden Exemplare dieser Unterart mittlerweile für immer aus dem kongolesischen Garamba Nationalpark verschwunden.

Das Budapester Nashornbaby jedoch, das weltweit erste aus tiefgefrorenem Samen, wird im November 2008 zur Welt kommen. Bereits heute gibt es Namensvorschläge. Favoriten sind derzeit ‚Ice’, ‚Frozen’ und ‚Cool’.

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