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Freitag, 10.02.2012
Vergiftetes Klima
Fruchtbare Diskussion oder polemische Schlammschlacht?

Was treibt die Skeptiker des Klimawandels? Ist es wissenschaftliche Ethik, ein echtes Interesse an der Wahrheit oder einfach nur die Freude an Polemik und Provokation? Die Art und Weise, in der die Debatte geführt wird, scheint manchmal eher auf das Letztere hinzudeuten. Und dies, obwohl viele Vertreter der "Pro-Klimawandel"-Fraktion durchaus einräumen, dass ihre Modelle und Kalkulationen noch Raum für Verbesserungen bieten.

Erde aus dem All 
Erde aus dem All
© NASA
Auch James Hansen, Leiter des NASA Goddard Institute for Space Studies und einer der wichtigsten und renommiertesten Klimaforscher weltweit, sieht eine begründete Kritik als einen natürlichen und durchaus begrüßenswerten Bestandteil des wissenschaftlichen Erkenntnisprozesses: "Wissenschaft gedeiht erst durch wiederholte Herausforderung jeder Interpretation."

Doch die Klimaskeptiker tragen trotz dieser fast schon einladenden Aussprüche ihre Argumente interessanterweise nur selten in wissenschaftlichen Diskursen, Publikationen oder auf Tagungen vor. Stattdessen nutzen sie meist die Massenmedien oder das Internet als Plattform, um ihre Ansichten kund zu tun. Dabei zeichnen sich ihre Stellungnahmen und Kommentare - nicht immer, aber doch sehr häufig - durch eifernde Rhetorik, öffentlichkeitswirksame Polemik und teilweise fast schon verleumderische Anwürfe aus.

So spricht beispielsweise Al Caruba, ein amerikanischer Klimaskeptiker und bekanntermaßen industrienaher PR-Mann vom Klimawandel als dem "größten Schwindel des Jahrzehnts" und John Daly, einer der prominentesten Vertreter der "Greenhouse sceptics", unterstellt dem IPCC Panikmache und wirft ihnen "schlechte Wissenschaft" vor. Der im deutschsprachigen Raum sehr umtriebige Peter Dietze bezeichnet die vor einem Klimawandel warnenden Klimaforscher abfällig als "IPCC-gläubige Gutmenschen und Planetenretter".

Diese Art der Rhetorik wird vielerorts gerade von den Massenmedien mit Vorliebe aufgegriffen. Besonders in den ohnehin nicht sehr klimaschutzbegeisterten USA schwenkten viele Zeitungen auf die Linie der Skeptiker ein: In der Washington Post sah Michelle Malkin in den Appellen der Klimaforscher an die Bush-Administration ein "junk science"-Erbe der Clinton-Gore-Ära und das eigentlich seriöse Wall Street Journal kommentierte 1997 anläßlich der Entscheidung über das Kyoto-Protokoll: "Die Klimaschutzbefürworter scheinen geradzu vor Wut zu platzen, wenn jemand es wagt anzudeuten, dass die globale Erwärmung nur Theorie und nicht bewiesene Tatsache sein könnte."

Viele der solchermaßen angegriffenen Klimaforscher reagieren jedoch weniger mit Wut als vielmehr mit Bedauern auf die Eskalation der Klimadebatte. Ihrer Ansicht nach leidet vor allem die Sache darunter. Hansen: "Die ganze Aufregung mag dazu beigetragen haben, der Debatte um die globale Erwärmung öffentliche Aufmerksamkeit zu sichern, sie hat aber nicht vermittelt, wo die tatsächlichen wissenschaftlichen Argumente und Probleme liegen."

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