Scinexx-LogoSpringer-Verlag, Heidelberg
Freitag, 10.02.2012
Der „Rotating Tower“ in Dubai
Ein Projekt der Superlative

 Burj al Arab
Burj al Arab
© Public domain  Burj al Arab
313 Meter und 68 Stockwerke hoch soll er werden und 350 Millionen US-Dollar teuer - der „Rotating Tower“ des Florenzer Architekten David Fisher. Im Wolkenkratzer-verrückten Dubai, dem Reich von Scheich Mohammed Bin Rashid Al Maktoum, würde so ein Gebäude nicht einmal für ein Wimpernzucken sorgen – normalerweise.

Rotierende Etagen…
Doch normal ist an dem Projekt, das Fisher selbst als „Dynamic architecture“ bezeichnet, so gut wie gar nichts. So erinnern die im Projektplan vorgesehenen Etagen vom Aussehen her eher an gigantische Donuts als an Penthouse-Wohnungen, Büros oder Hotelzimmer.

Das ganze futuristisch anmutende Gebäude soll zudem ständig sein Aussehen verändern, wobei sich jedes Stockwerk einzeln um volle 360 Grad dreht. „Sie werden vielleicht nie zweimal das gleiche Gebäude sehen“, so Fisher auf seiner Website. Schwindlig wird einem dabei allerdings als Mitfahrer wohl nicht, denn die Bewegung ist moderat und es dauert alles in allem rund 90 Minuten bis ein kompletter Umlauf geschafft ist.

Dynamic Architecture 
Dynamic Architecture
© all rights reserved to Dr. David Fisher / Dynamic Architecture  Dynamic Architecture
…und grüner Strom
Doch der Clou kommt erst noch: Der „Rotating Tower“ soll auch noch mehr Energie erzeugen als er selbst verbraucht. Verantwortlich dafür werden neben Solarzellen insgesamt 48 Windräder mit einer Leistung von jeweils 0,3 Megawatt (MW) Leistung sein, die jeweils zwischen zwei Stockwerken in das Gebäude integriert werden.

„Eine schwierige Ausgangsposition gab es vor allem bei den Windrädern, die zwischen den einzelnen Stockwerken horizontal und möglichst unauffällig angebracht werden müssen. Ein von mir patentiertes Verfahren verhindert zudem den sonst bei sehr starkem Wind auftretenden Produktionsausfall“, erläutert Fisher.

Fischer und seine Architekten-Kollegen haben berechnet, dass jede der Turbinen bei rund 4.000 Windstunden jährlich in Dubai bis zu 1,2 Millionen Kilowattstunden (kWh) Strom liefern wird – genug um rund 50 Haushalte mit Energie zu versorgen. Schon vier bis acht Windräder reichen demnach sogar aus um den kompletten Rotating Tower energieunabhängig zu machen. Der restliche grüne Strom könnte dann für andere Gebäude in der Nähe genutzt werden.

 Bauweise des
Bauweise des "Rotating Tower"
© all rights are reserved to Dr. David Fisher / Dynamic Architecture  Bauweise des
Baubeginn offen
„Unsere Gebäude folgen der Sonne und richten sich nach dem Wind aus. Es ist daher die Natur selbst, die ihnen die komplette Energieversorgung liefert“, heißt es in den Werbeslogans des Dynamic Architecture Clubs, der für das Mega-Projekt in Dubai und womöglich weitere andere in einem ähnlichen Stil weltweit gegründet wurde.

Ob die Bewohner von Dubai jedoch tatsächlich den Rotating Tower erleben werden, und wenn ja, wie genau er aussehen wird, ist jedoch noch unklar. Denn das internationale Konsortium, das den Wolkenkratzer bauen will, verhandelt zurzeit noch mit weiteren möglichen Partnern.

zurück   | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 |    weiter
Artikel drucken   Dossier komplett anzeigen
Suche
Erweiterte Suche
Diaschauen zum Thema
Energieeffizienz
Ökostrom
Solarenergie
Offshore-Windenergie
Geothermie
Facts
Überblick
Das Wichtigste in Kürze
Artikel zum Thema
Von der Green IT zum Green Building
Neue Stromspar-Strategien in Technik und Architektur
Einsehen und Bürgerpflicht
Warum Energieeffizienz wichtig ist
Wie grün ist „Green IT“?
Eine Branche vor der Revolution
Drucker als Stromfresser
Studie belegt vorhandene Defizite bei Green IT
Wie Rathäuser grün werden
Das Projekt GreenBuilding
Der „Rotating Tower“ in Dubai
Ein Projekt der Superlative
Mit Körperwärme Büros heizen
Menschen im Stockholmer Hauptbahnhof als Erneuerbare Energiequelle
Grüner Strom aus Osmose
Neue Kraftwerkstechnik produziert Energie effizient und emissionsfrei
Top-Diaschauen
Überleben im Winter
2012 und die Maya
Die großen Massenaussterben
Quallen
Riesenschlangen
Aktuelle Dossiers
Klima-Hotspot Moorböden
Wie Forscher den Treibhausgas-Emissionen von Mooren auf die Spur kommen
Schwelbrände im Gewebe
Chronische Entzündungen und ihre Ursachen
Röntgenblick in die Geheimnisse der Mumien
Neue bildgebende Verfahren helfen bei der Erforschung menschlicher Relikte
Auf Kante
Warten auf „The Big One“
Auch Pflanzen besitzen Stammzellen
Unerschöpflich kreativ
Energie-Produzent Gebäude
Wie Häuser zu Kraftwerken werden
Bermudas Unterwelt
Expedition zu den unterirdischen Salzwasserhöhlen einer Tropeninsel
Alte Seuchen in neuem Licht
Forscher untersuchen Resistenz gegen Pest und Cholera
Mehr Licht im Dunkel der Mars-Trabanten
Mit Mars Express und Phobos Grunt bei den „Söhnen“ des Kriegsgotts
Mikrobielle Mitbewohner auf Weltreise
Bakterien in Magen und Speichel helfen beim Erforschen menschlicher Wanderungen