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Freitag, 10.02.2012
Alarmstufe Sturm
Mehr Stürme durch den Klimawandel?

Uns stehen stürmische Zeiten bevor - das jedenfalls glauben immer mehr Klimatologen. Stimmen ihre vorsichtigen Prognosen, könnten Sturmserien wie 1990 und 1999 und "Jahrhundertstürme" wie "Wiebke" oder "Anatol" in Zukunft sogar eher die Regel denn die Ausnahme werden.

Erste Warnzeichen gibt es bereits: Die globalen Temperaturen sind in den letzten hundert Jahren um 0,7°C gestiegen. Seit 1980 scheint sich ein Jahrhundertsommer an den anderen zu reihen und auch die Meere werden langsam immer wärmer. Die letzten Messergebisse der Forscher zeigen, dass gerade im Westpazifik, einer wichtigen "Wetterküche" für das globale Klima, die Wassertemperaturen besonders stark gestiegen sind. Als Folge verdunstet hier mehr Wasser als normal, der Wasserdampfgehalt der Atmosphäre steigt.

Dieser Prozess aber treibt die globale Windmaschine immer stärker an: In den tropischen Meeren entstehen, genährt durch die Energie der wärmeren Meere, mehr Wirbelstürme. Sie benötigen eine Meerestemperatur von mindestens 27°C, eine Voraussetzung, die heute von Mitte Mai bis Mitte November erfüllt wird. Doch steigen die globalen Temperaturen nur um ein Grad, könnte sich die Hurrikansaison zukünftig um mehrere Wochen verlängern. Die am stärksten gefährdeten Küstengebiete Mittelamerikas müssten dann von Mitte April bis fast zum Jahresende auf alles gefasst sein.

Jetstream 
Jetstream
© NASA/JSC
Doch nicht nur Wirbelstürme drohen, der Klimawandel bringt auch einen weiteren Windmotor auf Touren: Den Jetstream. Weil auch in den mittleren Breiten die Temperaturen steigen, transportiert die aufsteigende Warmluft mehr Wasserdampf in die oberen Atmosphärenschichten. Hier kühlt die feuchte Luft schnell ab und das Wasser kondensiert. Dabei jedoch wird Energie abgegeben, die Lufttemperatur sinkt weiter. Als Folge verstärkt sich in der oberen Troposphäre der Temperaturgegensatz zwischen den polaren und den tropischen Breiten.

Während in den bodennahen Schichten eher Tauwetter und Abbau der Unterschiede das Wetter bestimmen, braut sich in acht bis zehn Kilometern Höhe Unheil zusammen. Der Jetstream, ein mit bis zu 600 Stundenkilometern um den Globus rasendes Windband, wird immer schneller. Und das bleibt nicht ohne Folgen: Nach Ansicht von Meteorologen und Klimaforschern führt ein stärkerer Jetsream zwar insgesamt zu einer Verringerung der Sturmanzahl, doch die verbleibenden Stürme werden dafür um so schlimmer.

Klimaforscher des britischen Hadley Center haben eine solche Entwicklung simuliert. Vorgabe war die Steigerung der Treibhausgase um einen Prozent pro Jahr, begonnen mit 1990. Ihr Ergebnis: Die Anzahl der Winterstürme pro Jahr sinkt von noch 165 in den 1990er Jahren auf 161 zwischen 2006 und 2036 bis auf nur noch 153 in der Zeit von 2070 bis 2100. Gleichzeitig aber nimmt die Zahl der starken Stürme von heute durchschnittlich 21 bis auf 28 pro Jahr gegen Ende des Jahrhunderts zu.

Doch wie aussagekräftig sind solche Modellrechnungen?

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