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Freitag, 10.02.2012
Winter, Wolkenwirbel und Wellen
Stürme und ihre Folgen

Sie tragen Namen wie "Martin", "Jeanett" oder "Wiebke", erstrecken sich über hunderte von Kilometern und hinterlassen ein Spur der Verwüstung - Winterstürme. Innerhalb von wenigen Stunden entstehen die tobenden Tiefdruckwirbel scheinbar aus dem Nichts und brechen über Europa herein. Den betroffenen Gebieten bleibt meist kaum eine Chance, sich gegen sie zu rüsten.

Tiefdruckgebiet 
Tiefdruckgebiet
© NASA/JSC
Denn die Windgeschwindigkeiten im Inneren eines solchen Tiefdruckwirbels sind zwar geringer als die ihrer tropischen Verwandten, der Hurrikans, doch in punkto Wanderungsgeschwindigkeit können diese ihnen kaum das Wasser reichen: Bis zu zweitausend Kilometer am Tag legt ein ausgewachsener Wintersturm zurück.

Und auch die Auswirkungen unserer Winterstürme sind nicht weniger verheerend: Bei Windgeschwindigkeiten von bis zu 180 Stundenkilometern knicken jahrhundertealte Bäume um wie Streichhölzer, Dächer segeln durch die Luft, und ganze Landstriche versinken in Dunkelheit und Kälte, weil Strom und Telephonleitungen unterbrochen sind. Konzentriert auf nur einen Quadratmeter rammen extreme Böen jedes Hindernis mit der Wucht einer halben Tonne - kaum etwas hält da noch stand.

Nicht weniger dramatisch sind die Folgen auf dem Meer: Der Winddruck kann meterhohe Wellen auftürmen und sie Richtung Küste schieben. 1962 nimmt ein Sturmtief aus Neufundland Kurs auf Skandinavien und treibt gewaltige Wassermassen auf Hamburg zu. 15 Prozent der Stadt versinken in den Fluten.

Nicht selten haben große Stürme sogar den Lauf der Geschichte entscheidend geprägt und verändert. So zum Beispiel der große Orkan im Sommer 1588: Ohne ihn sähen unsere Landkarten und Geschichtsbücher heute vermutlich ganz anders aus. Denn er manövriert die spanische Armada auf ihrem Weg nach England besser aus, als es jeder Admiral hätte tun können: Der starke Wind zwingt die schweren, nur bedingt sturmtauglichen Galeonen der Spanier, an der französischen Küste vor Calais Schutz zu suchen.

Und genau dies wird ihnen zum Verhängnis: Wie auf einem Tablett sind sie den Engländern unter Francis Drake ausgeliefert, die sich mit ihren leichteren, seetüchtigeren Schiffen durch den Sturm gewagt haben. Die Schlacht gewinnt Drake, die spanische Armada ist verloren.

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