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Freitag, 10.02.2012
Überblick
Das Wichtigste in Kürze

  • Winterstürme gelten zwar als die kleineren Geschwister der tropischen Wirbelstürme, können aber ebenso verheerende Folgen haben. Die Sturmserien von 1990 und 1999 hinterließen Schäden in Milliardenhöhe.


  • Sturmtiefs entstehen durch das Aufeinandertreffen von polarer Kaltluft und tropischer Warmluft über dem Nordatlantik. Abgelenkt und in Drehbewegung versetzt durch die Erdrotation schlägt die Luftmassengrenze Wellen und Tiefdruckwirbel schnüren sich ab.


  • Weil die Temperaturdifferenz zwischen Warm- und Kaltluft im Winter besonders stark ausgeprägt ist, häufen sich auch die Sturmtiefs in dieser Jahreszeit.


  • Die meisten Winterstürme kommen aus dem Westen nach Mitteleuropa, da die Tiefdruckgebiete durch die Erdrotation und die vorherrschenden Westwinde in östliche Richtung abgedrängt werden.
    Die Stürme erreichen Windgeschwindigkeiten von bis zu 200 Stundenkilometern und können an einem Tag bis zu 2.000 Kilometer zurücklegen. Oftmals entwickeln sie sich so schnell, dass Meteorologen kaum mehr rechtzeitig warnen können.


  • 1999 raste Sturm "Lothar" am 26. Dezember über Frankreich und den Südwesten Deutschlands hinweg und hinterließ gewaltige Schäden. Mehr als hunderttausend Menschen blieben noch für Wochen ohne Strom und Telefon, die Schäden erreichten mit sechs Milliarden Euro eine neue Rekordmarke.


  • In Zukunft könnte die Zahl der Winterstürme zwar ab-, ihre Intensität aber dafür zunehmen. Klimamodelle weisen daraufhin, dass die steigenden Temperaturen die Temperaturgegensätze in der oberen Atmosphäre verstärken und damit die "Windmaschine" antreiben könnten.


  • Mildere Winter könnten darüber hinaus zunehmend das Entstehen eines schützenden Kältehochs über Mitteleuropa verhindern. Der Schutzwall, der heute oft die drohenden Sturmtiefs nach Skandinavien ablenkt, fällt dann weg.

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