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Donnerstag, 09.02.2012
„Evolutions-Notstand“ auch an der Uni?
Jeder achte Biologie-Studienanfänger skeptisch

Dass Mahnungen vor einem „neuen Mittelalter“ nicht aus der Luft gegriffen sind, untermauert eine im April 2007 durchgeführte Umfrage unter Studienanfängern der Universität Dortmund. Die 1.228 befragten Lehramtsstudenten, darunter 148 angehenden Biologielehrer, sollten zu insgesamt 108 Aussagen pro und Kontra Evolution Stellung nehmen.

Selbst Studenten zweifeln zunehmend an der Evolutionstheorie. 
Selbst Studenten zweifeln zunehmend an der Evolutionstheorie.
© SXC  Selbst Studenten zweifeln zunehmend an der Evolutionstheorie.
Das Ergebnis: Immerhin jeder achte Studienanfänger zweifelte daran, dass überhaupt eine Evolution der Arten stattgefunden hat und konnte sich nicht vorstellen, einen gemeinsamen Vorfahren mit den Schimpansen zu teilen. Unter den Lehramtsstudenten waren es immerhin noch 5,5 Prozent, die Darwin und Co. nicht so recht Glauben schenken wollten. Stattdessen stimmten einige der Aussage zu, dass „ein höheres Wesen den Menschen im Wesentlichen in seinem jetzigen Aussehen geschaffen“ habe.

Dittmar Graf, Professor für Didaktik der Biologie und Leiter der Umfrage wundert dieses Ergebnis nicht. Denn seiner Ansicht nach ist schon bei den Schülern vielfach das Wissen über die Schöpfungslehre ausgeprägter als das über die Evolutionstheorie. „Wenn Schüler zum ersten Mal mit dem Thema Evolution konfrontiert werden, haben sie bereits eine Vielzahl eigener Konzepte generiert, die oft stark mit religiösen Ansichten durchdrungen sind“, so der Forscher. Unterrichtet wird die Evolutionstheorie an den meisten Schulen erst ab der neunten, in vielen sogar erst in der elften Klasse, vorher wird die Thematik allenfalls gestreift. Mit der Folge, dass die nach der zehnten Klasse abgehenden Schüler ihre Schullaufbahn schlimmstenfalls „evolutionsfrei“ beenden.

Zumindest aber für die angehenden Lehrer sieht Graf die Chance, das Unwissen spätestens im Studium zu beheben: „Ich hoffe, dass sich diese Einstellung besonders bei den Biologie-Studenten während des Studiums noch ändern wird", so Graf. Schließlich sei „die Evolution die wichtigste biologische Theorie überhaupt“. Seine Hoffnung ist es, durch eine fundierte evolutionsbiologische Lehrerausbildung auch den Einfluss der Kreationisten an den Schulen eindämmen zu können.

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