Scinexx-LogoSpringer-Verlag, Heidelberg
Freitag, 10.02.2012
Lebensraum Meereis
Das schwindende Eis bedroht die Existenz von Menschen und Tieren

Rentier 
Rentier
© IMSI MasterClips
Das Abschmelzen des arktischen Meereises hat jedoch nicht nur klimatische Auswirkungen, es betrifft auch ganze Ökosysteme und direkt und indirekt auch die in diesen Regionen wohnenden Menschen. Immerhin vier Millionen von ihnen leben in den Gebieten entlang des arktischen Polarkreises. Ob die Rentierzüchter der Samen in Skandinaviens Norden, die Tschuktschen an der Eismeerküste Sibiriens oder die Inuit der Arktis Kanadas und Alaskas – sie alle haben ihre Lebensweise an die extremen und unwirtlichen Bedingungen in diesen Regionen angepasst. Und sie alle könnten ihre Lebensgrundlagen verlieren, wenn sich das Klima weiter ändert.

Schon jetzt versinken die Rentierherden der Samen im Schlamm des auftauenden Permafrosts und die traditionellen Wege der Inuit über das Eis des gefrorenen Meeres schmelzen weg. Eines der Ziele des Polarjahres ist es daher auch, die traditionellen Lebensweisen dieser Völker zu dokumentieren und Möglichkeiten zu finden, diese Kulturen trotz des bevorstehenden Wandels zu erhalten.

 Schicht von Eisalgen in einem Eisbohrkern
Schicht von Eisalgen in einem Eisbohrkern
© NOAA  Schicht von Eisalgen in einem Eisbohrkern
Doch nicht nur Menschen, auch die Tiere, die das Eis bevölkern, bilden einen Schwerpunkt in der aktuellen Polarforschung. Im Mittelpunkt stehen dabei unter anderem auch die Lebensgemeinschaften des Meereises. In mehr als 30 internationalen Forschungsprojekten beschäftigen sich Wissenschaftler momentan mit diesem immer kleiner werdenden Lebensraum. Ein Teil seiner Bewohner, die Mikroorganismen, die im Eis und an dessen Unterseite leben, bilden eine der wichtigsten Grundlagen der marinen Nahrungskette. Denn sie sind das Futter für die winzigen Krill-Krebschen, die wiederum nicht nur den Fischen, sondern auch den gewaltigen Walen als Nahrung dienen.

Doch diese schwimmende Welt ist bedroht: Das Meereis schrumpft und Schadstoffe aus Luft und Wasser beeinflussen und schädigen die sensiblen Organismen. Umso wichtiger ist es, diese im und unter dem Eis verborgene Welt zu erforschen und zu bewahren. Und auch dazu sollen und können die Projekte des Polarjahres beitragen.

zurück   | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 |    weiter
Artikel drucken   Dossier komplett anzeigen
Suche
Erweiterte Suche
Diaschauen zum Thema
Meereis
Grönland
Gletscherseen
Polarforschung
Kaltwasserkorallen
Facts
Überblick
Das Wichtigste in Kürze
Artikel zum Thema
Meereis adé?
Der erste internationale Polartag widmet sich einer schwindenden Eiswelt
Klimaindikator Meereis
Schwund so groß wie nie zuvor
Lebensraum Meereis
Das schwindende Eis bedroht die Existenz von Menschen und Tieren
Expedition sucht nach Spuren vor Ort
Interdisziplinäres Forscherteam an Bord der Polarstern
Zum Nordpol auf einer Eisscholle
Russische Driftstation bleibt acht Monate im Eis
Per Luftschiff zum Nordpol
Zeppelinexpedition soll Meereis der Arktis vermessen
Top-Diaschauen
Überleben im Winter
2012 und die Maya
Die großen Massenaussterben
Quallen
Riesenschlangen
Aktuelle Dossiers
Klima-Hotspot Moorböden
Wie Forscher den Treibhausgas-Emissionen von Mooren auf die Spur kommen
Schwelbrände im Gewebe
Chronische Entzündungen und ihre Ursachen
Röntgenblick in die Geheimnisse der Mumien
Neue bildgebende Verfahren helfen bei der Erforschung menschlicher Relikte
Auf Kante
Warten auf „The Big One“
Auch Pflanzen besitzen Stammzellen
Unerschöpflich kreativ
Energie-Produzent Gebäude
Wie Häuser zu Kraftwerken werden
Bermudas Unterwelt
Expedition zu den unterirdischen Salzwasserhöhlen einer Tropeninsel
Alte Seuchen in neuem Licht
Forscher untersuchen Resistenz gegen Pest und Cholera
Mehr Licht im Dunkel der Mars-Trabanten
Mit Mars Express und Phobos Grunt bei den „Söhnen“ des Kriegsgotts
Mikrobielle Mitbewohner auf Weltreise
Bakterien in Magen und Speichel helfen beim Erforschen menschlicher Wanderungen