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Freitag, 10.02.2012
Überblick
Das Wichtigste in Kürze

  • Unser Geist geht nicht gern mit Ungewissheit um, sondern strebt stets nach Gewissheit. Dieses Streben beeinflusst schon unsere Wahrnehmung – wie zahlreiche optische Täuschungen zeigen. Sie beruhen oft darauf, dass unser Gehirn immer nur eine von zwei möglichen Interpretationen eines Bildes auf einmal „sehen“ kann.


  • Ungewissheit und Unberechenbarkeit macht uns Angst. Selbst wenn eine Gefahr – logisch betrachtet – uns kaum betreffen kann, kann sie irrationale Ängste auslösen. Ein Beispiel dafür ist die Rinderseuche BSE, die auf nur wenige Menschen übertragen wurde und in Deutschland kaum auftrat, aber dennoch Millionen von Menschen als akute Bedrohung wahrgenommen wurde.


  • Terroranschläge wie der 11. September verursachen indirekte Schäden, sie lösen ebenfalls irrationale Ängste aus. Sie entstehen durch die Gedanken und Verhaltensweisen der Menschen als Reaktion auf solche Anschläge. Ihre Ursachen sind psychologischer Natur und könnten prinzipiell verhindert werden. Doch dazu gilt es zu verstehen, dass sich Terroranschläge nicht nur gegen den Körper richten, sondern auch gegen den Geist.


  • Ereignisse wie die Anschläge auf das World Trade Center werden als dread risks bezeichnet. Damit sind Ereignisse gemeint, deren Eintreten sehr unwahrscheinlich und selten ist, die aber verheerende Schäden für viele Menschen bedeuten. Auf solche Risiken reagieren Menschen häufig mit Vermeidungsverhalten.


  • Im Gegensatz zu Risiken, bei denen viele Menschen über einen längeren Zeitraum verteilt, sozusagen unspektakulär, umkommen, kann ein solches Vermeidungsverhalten nicht nur sinnlos, sondern sogar gefährlich sein.


  • Im Falle des 11. September kamen 1.600 Menschen in den Monaten nach dem Anschlag ums Leben – nicht durch die Terroristen, sondern durch ihr Vermeidungsverhalten: Sie waren vom Flugzeug auf das Auto umgestiegen und dabei verunglückt.


  • Daher muss es nach Ansicht von Gigerenzer und Gaissmaier neben der klassischen Terrorbekämpfung noch ein zweites Ziel geben: nämlich die Folgen des Terrorismus in den Köpfen der Menschen zu bekämpfen. Dazu müssten diese Folgen aber erst einmal bewusst gemacht werden. Ein informierter Umgang mit Risiken ist dazu der Schlüssel.

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