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Freitag, 10.02.2012
Überblick
Das Wichtigste in Kürze

  • Der Tunnelbau erlebt in den letzten Jahren und Jahrzehnten überall auf der Welt einen Boom.


  • Allein in Deutschland sollen bis zum Jahr 2010 rund 300 Kilometer an unterirdischen Röhren für Straße und Schiene gebaut werden. Hinzu kommen noch einmal 60 Kilometer an geplanten U- und S-Bahn-Tunneln. Die deutsche Bahn plant sogar, ganze Bahnhöfe wie in Frankfurt oder Stuttgart unter die Erde zu verlegen.


  • Beim Bau eines Tunnels müssen im Untergrund unterschiedliche geologische Schichten durchquert werden. Bevor der Startschuss für ein Megabauwerk erfolgt, wird deshalb eine möglichst präzise geologische Prognose für den vorgesehenen Trassenverlauf erstellt.


  • Während früher beim Tunnelbau die Handarbeit dominierte und unzählige Todesopfer zu beklagen waren, hat sich der Vorstoß in die Tiefe heute zu einem relativ sicheren Hightech-Unternehmen entwickelt.


  • Gigantische, von einem einzigen Experten manövrierte moderne Tunnelbohrmaschinen oder riesige "Bohrjumbos" im Sprengvortrieb übernehmen heute die Drecksarbeit unter Tage. Die dabei entstehenden kilometerlangen Tunnel haben einen Durchmesser von bis zu 14 Metern.


  • Ein Projekt der Superlative ist der Gotthard-Basistunnel, der zurzeit in der Schweiz gebaut wird. Die mit 57 Kilometern längste Eisenbahnröhre der Welt soll 2014 in Betrieb gehen und eine moderne und leistungsfähige Bahnlinie durch den gesamten Alpenraum darstellen.


  • Bei einem der vielleicht spektakulärsten Bau-Projekte in Deutschland hat sich TRUDE, die größte Tunnelbohrmaschine der Welt, zwischen Oktober 1997 und März 2000 rund zweieinhalb Kilometer weit unter der Elbe hindurchgefressen und so die vierte Röhre des Elbtunnels erzeugt.


  • Im Vergleich zu Straßentunneln, wo manchmal schon ein abgewürgter Motor für eine Katastrophe sorgen kann, sind Eisenbahnröhren weniger unfallträchtig. Doch auch hier sind gute Brandschutz- und Sicherheitssysteme unabdingbar, um das Überleben der Fahrgäste im Katastrophenfall zu gewährleisten.


  • In den letzten Jahren hat das so genannte Microtunneling, das grabenlose Verlegen von Abwasserkanälen mithilfe von kleinen ferngesteuerten Tunnelbohrmaschinen immer mehr an Bedeutung gewonnen. Während an der Erdoberfläche Verkehr und Geschäftsleben in der Stadt weitergehen, werden im Untergrund die Rohrleitungen automatisch vorangetrieben.

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