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Freitag, 10.02.2012
Überblick
Das Wichtigste in Kürze

  • 1971 beschrieben Forscher erstmalig genauer ein Phänomen, das sich als programmierter Zelltod beschreiben lässt. Den zielgerichteten Abbau von Körperzellen benannten die Wissenschaftler nach dem griechischen Ausdruck für das Fallen der Blätter im Herbst: Apoptose.


  • Es handelt sich um eine Möglichkeit für den Körper bedrohliche oder überflüssige Zellen aus dem Organismus zu entfernen, ohne ihn dabei zu schädigen oder zu belasten.


  • Hauptaufgaben der Apoptose sind die Abtötung infizierter oder mutierter Zellen als wichtiger Bestandteil der Immunabwehr des Körpers sowie die zielgerichtete Entfernung von Zellen im Zusammenhang mit der Entwicklung von Organen und Körperteilen.


  • Der programmierte Zelltod wird durch Botenstoffe ausgelöst, die von speziellen Zellen des Immunsystems, den T-Killerzellen, gebildet werden. Jede Zelle ist jedoch auch selbst in der Lage die Apoptose einzuleiten.


  • Der Kernmechanismus der Apoptose ist die Aktivierung spezieller Enzyme, so genannter Caspasen, innerhalb der abzutötenden Zelle.


  • Caspasen spalten wichtige Proteine der Zelle. Vor allem aber bauen sie das Zellskelett ab, wodurch sich die Zelle auseinander schnürt und in einzelne apoptotische Körperchen zerfällt.


  • Die Zellmembran bleibt dabei intakt. Keine für den Zellverband schädlichen Bestandteile treten aus. Die Überreste werden von Fresszellen aufgenommen.


  • Die Apoptose ist für den Organismus von zentraler Bedeutung. Störungen apoptotischer Vorgänge sind Bestandteile vieler Krankheiten, die zu den gefährlichsten der Welt zählen.


  • Krankheiten, die im Zusammenhang mit verhinderter und eingeschränkter Apoptose stehen, sind virale Infektionen und alle Formen von Krebs.


  • Krankheiten, die im Zusammenhang mit einem Übermaß an unkontrollierter Apoptose stehen, sind neurodegenerative Erkrankungen sowie Folgeerscheinungen von Schlaganfällen. Im Falle von Aids treten beide Formen der Fehlsteuerungen von Apoptose auf.


  • Weltweit werden große Anstrengungen unternommen, die Prozesse der Apoptose nachzuvollziehen und beeinflussen zu können. Aufgrund der Komplexität der Vorgänge sowie damit verbundener Gefahren werden kurzfristig jedoch keine Methoden für den klinischen Einsatz bereitstehen.

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