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Freitag, 10.02.2012
Überblick
Das Wichtigste in Kürze

  • Mit rund 2,2 Millionen Quadratkilometern ist Grönland die größte Insel der Welt. Hier liegt auch das nördlichst gelegene Landgebiet der Erde, Kap Morris Jesup, nur etwa 730 km vom Nordpol entfernt.


  • Das grönländische Inlandeis ist nach der Antarktis der zweitgrößte Eisschild der Welt. Es hat eine Ausdehnung von über 1,7 Millionen Quadratkilometern und ist stellenweise bis zu 3.000 Metern mächtig. Knapp 80 Prozent der Insel sind von Eis bedeckt.


  • Der Eisschild schmilzt infolge des globalen Klimawandels schneller als erwartet. Das Gebiet, das von einer Schmelze betroffen ist, wuchs laut Forschungsergebnissen aus dem Jahr 2002 in 15 Jahren um 16 Prozent an. Die Tendenz ist steigend.


  • Rund 248 Kubikkilometer Eis sind allein zwischen April 2002 und April 2006 pro Jahr verloren gegangen. Dies entspricht in etwa dem fünffachen Volumen des Bodensees. Von April 2004 bis April 2006 ist der Eisverlust sogar zweieinhalb Mal so hoch gewesen, wie in den beiden Jahren zuvor.


  • In Zukunft könnte es immer häufiger zu Streitigkeiten um „Grund und Boden“ in einer zunehmend eisfreien Arktis kommen. Der glücklicherweise gewaltfreie Streit um die Hans-Insel, ausgetragen zwischen Dänemark und Kanada, war vermutlich nur ein Vorgeschmack auf zukünftige Konflikte.


  • Der Eisverlust auf Grönland hat Auswirkungen auf den Kohlenstoff-, Wärme- und Wasserhaushalt der gesamten Erde. Als mögliche Szenarien gelten ein weltweiter Meeresspiegelanstieg, ein Abreißen des Golfstromes und eine beschleunigte globale Erwärmung durch freigesetzte Treibhausgase aus dem Permafrost.


  • Eisbären, Robben und andere Tierarten leiden unter der Erwärmung der Insel und sind teilweise vom Aussterben bedroht. Den Polarbären schmilzt in einigen Regionen das so dringend für ihre Jagd benötigte Meereis buchstäblich unter den Pfoten weg. Daher verhungert bereits heute im Schnitt jedes zweite Jungtier in der immer länger werdenden eisfreien Zeit.


  • Auch die Kultur der Ureinwohner ist durch den Rückgang der Eisbär- und Robbenpopulation in ihren Jagdgebieten bedroht. Das Fangen und Jagen dieser Tiere ist nicht nur für ihre Ernährung von Belang, sondern hält auch das soziale Gefüge innerhalb der Gemeinschaft zusammen. Da die Arbeitslosenquote schon heute bei über 70 Prozent liegt, bietet sich den Menschen keine andere Erwerbsmöglichkeit.


  • Die Wirtschaft der Insel könnte in Zukunft vom Klimawandel profitieren. Die landwirtschaftlich nutzbare Fläche steigt und darüber hinaus eröffnen sich völlig neue Perspektiven für Fischerei, Schifffahrt und vor allem für den Abbau von Rohstoffen.


  • Bis zu 110 Milliarden Barrel Öl vermuten amerikanische Geologen im Meeresgebiet vor Nordwestgrönland. Dies entspricht ungefähr dem Vorkommen in der Nordsee. Der Beginn der kommerziellen Ölförderung durch internationale Konzerne ist für das Jahr 2016 geplant. Bis heute ist jedoch unklar, ob überhaupt lohnenswerte Mengen vorhanden sind.

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