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Donnerstag, 09.02.2012
DNA-Fragmenten bei der Vermehrung zugeschaut
Eine neue Technik revolutioniert die DNA-Sequenzierung

Forscher im Labor 
Forscher im Labor
© 454 Life Sciences/ MPI für evolutionäre Anthropologie  Forscher im Labor
454 Life Sciences, so lautet der Name der US-amerikanischen Firma, die den Max-Planck-Forschern bei der Sequenzierung des Neandertalergenoms zur Hand gehen soll. Die Wissenschaftler haben sie mit ins Boot geholt, weil 454 Life Sciences vor kurzem eine neue, hervorragend zur Analyse alter DNA geeignete Sequenzierungsmethode entwickelt hat.

Bei der DNA-Sequenzierung handelt es sich um eine Methode der Molekularbiologie, bei der die genaue Abfolge der Basenpaare in der DNA (Desoxyribonukleinsäure), dem Träger unserer Erbinformation, ermittelt wird.

Schneller und präziser
 Genome Sequenzer 20
Genome Sequenzer 20
© Roche/454 Life Sciences  Genome Sequenzer 20
Dieses Verfahren ist langwierig und teuer. So dauerte die Entschlüsselung des Humangenoms bis zur ersten Rohfassung über zehn Jahre und kostete knapp 300 Millionen US-Dollar – für die vollständige Endversion kalkulierten die Experten sogar das Zehnfache.

Doch Genome lassen sich mittlerweile immer schneller und kostengünstiger sequenzieren. Statt in riesigen Sequenziermaschinen die Bausteinabfolge aus dem zuvor in Bruchstücke zerlegten Gesamtgenom zu bestimmen und anschließend die Sequenz wieder mühsam zusammenzusetzen, schaut man nun DNA-Fragmenten mit einer Länge von 100 Basenpaaren in winzigen Reaktionsgefäßen bei der Vermehrung zu und schreibt dabei die Abfolge der verwendeten Bausteine Buchstabe für Buchstabe quasi mit.

 Vermehrung der DNA
Vermehrung der DNA
© Roche/454 Life Sciences  Vermehrung der DNA
Die US-amerikanische Firma 454 Life Sciences hat ein solches Verfahren zur Marktreife gebracht. Mit ihrem Genome Sequencer 20 lassen sich rund 25 Millionen Basen auf einen Rutsch identifizieren und kartieren. Das ist hundert Mal schneller als bisher.

Testlauf erfolgreich bestanden
Pääbos Team ist daher optimistisch mithilfe von 454 Life Sciences bis Mitte 2008 zumindest einen ersten Entwurf des Neandertaler Genoms vorlegen zu können. Die Technik jedenfalls funktioniert. Das hatte ein Testlauf bereits im Mai 2006 ergeben. Kein Wunder also, dass die Wissenschaftler auch bei der eigentlichen Entschlüsselung des Neandertalergenoms schnell erste Erfolge vermelden konnten…

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