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Samstag, 20.03.2010
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Das Wichtigste in Kürze

  • Im August 1856 fanden zwei Steinbrucharbeiter im Neandertal 16 ungewöhnlich geformte Knochen bei denen es sich um die Überreste einer bis dahin unbekannten menschlichen Art handelte, die nach ihrem Fundort „Homo neanderthaliensis“ genannt wurde.


  • Seitdem wurden aus vielen Regionen Europas und Teilen Asiens immer wieder Neandertaler-Funde gemeldet. Die ältesten davon sind bis zu 400.000 Jahre alt.


  • Nach dem modernen Verständnis war der Neandertaler viel fortschrittlicher und leistungsfähiger als lange Zeit gedacht: Er benutzte bereits Feuer, stellte Waffen her, hantierte mit Werkzeugen und hatte vermutlich auch schon eine „soziale Ader“.


  • Obwohl der Neandertaler sehr flexibel war und körperlich wahrscheinlich sogar besser gerüstet als der Homo Sapiens verschwand er vor etwas mehr als 30.000 Jahren plötzlich von der Erde. Warum, es zum Aussterben kam, ist bis heute ein Rätsel.


  • Noch immer nicht endgültig geklärt ist zudem das Verwandtschaftsverhältnis von modernem Mensch und Neandertaler. Vor allem genetische Untersuchungen liefern aber wichtige Indizien dafür, dass der Neandertaler kein direkter Vorfahr des modernen Menschen sondern eine europäische Sonderentwicklung war, die in einer Sackgasse endete.


  • Umstritten ist bis heute auch, ob sich Neandertaler und der frühe Homo sapiens im Rahmen der jahrtausendelangen Koexistenz in Europa vermischt haben und welchen Beitrag der Frühmensch zum Genpool des modernen Menschen geliefert hat.


  • Die vielen Rätsel um den Neandertaler lösen helfen soll ein neues Forschungsprojekt von Max-Planck-Wissenschaftler. Sie wollen das Genom des Neandertalers sequenzieren und anschließend mit dem Erbgut von Schimpanse und Mensch vergleichen.


  • Die Wissenschaftler erhoffen sich von der Entschlüsselung des Neandertaler-Genoms auch eine Antwort auf die Frage, wie der moderne Mensch zu dem wurde, was er heute ist und welche Veränderungen im Erbgut für den gewaltigen Sprung in seinen intellektuellen Fähigkeiten verantwortlich waren.


  • Seit Projektstart im August 2006 wurden mittlerweile rund eine Million Basenpaare des Neandertaler-Erbguts sequenziert: Das entspricht ungefähr 0,04 Prozent des gesamten Genoms.


  • Genetische Analysen haben jedoch bereits eine Fülle von wichtigen Erkenntnissen geliefert. So konnten die Forscher bestätigen, dass sich die Entwicklungslinien von Mensch und Neandertaler vor rund 500.000 Jahren trennten. Sie fanden aber auch Hinweise auf einen Austausch von genetischem Material zwischen dem modernen Menschen und dem Neandertaler.

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