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Freitag, 10.02.2012
Klimaarchiv Eis
Eisbohrkerne als Geschichtsbuch der Klimaforscher

Schon immer übten die unberührten Eis- und Gletscherregionen der Erde eine besondere Faszination auf uns Menschen aus. Jetzt ist noch eine Attraktion dazugekommen: Klimaforscher haben entdeckt, daß im ewigen Eis ein Archiv liegt, das schon seit hunderttausenden von Jahren wertvolle Informationen über Klima und Umwelt konserviert.

Eisbohrkern 
Eisbohrkern
© USGS
Die Gletscher Grönlands, der Antarktis und der Hochgebirge entstanden über lange Zeiträume hinweg. Schicht auf Schicht erweiterten sich die Eispanzer mit jedem Schneefall.
Während des Fallens "säubert" der Schnee die Atmosphäre von den in ihr enthaltenen Spuren stoffen und deponiert sie auf der Oberfläche von Eis oder Firn. So entsteht ein mehr oder weniger direktes Abbild der Bedingungen in der Atmosphäre und des Klimas.

Diese im Eis archivierten Informationen haben Klimatolgen heute durch die Methoden der Eiskernanalyse wieder zugänglich gemacht.
Sie rekonstruieren die Temperaturen aus den Konzentrationen der Wasserisotope, Spurenstoffe helfen ihnen bei der Datierung und die im Eis eingeschlossene Luft gibt Auskunft über die Zusammensetzung der Atmosphäre und beispielsweise den Gehalt an Treibhausgasen.

Die Chronisten der Klimageschichte können sich im Idealfall buchstäblich durch die Jahreszeiten hindurchzählen: In den oberen 500 Metern der grönländischen Eisdecke zum Beispiel enthält jeder Meter den Niederschlag von fünf Jahren. Die älteren Jahreslagen sind unter dem zunehmenden Druck stärker komprimiert, so daß in 1500 Metern unter der Oberfläche in jedem Meter Eis Informationen aus 20 Jahren dokumentiert sind.

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