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Freitag, 10.02.2012
Überblick
Das Wichtigste in Kürze

  • Im Laufe der Erdgeschichte hat es immer wieder Phasen gegeben, in denen die Klima- und Umweltbedingungen noch viel extremer waren als heute. Ein Beispiel dafür ist die Kreidezeit vor 145 bis 65 Millionen Jahren.


  • Erste Untersuchungen zur detaillierten Rekonstruktion des kreidezeitlichen Klimas wurden im Mai 2006 an den organischen Verbindungen der kohlenstoffreichen Lagen von Bohrkernen durchgeführt.


  • Nach den Ergebnissen der Forscher war der Meeresspiegel während der Kreidezeit zeitweilig um mindestens 200 Meter höher als heute und die Temperaturen des Oberflächenwassers lagen bei bis zu 36 °C.


  • Das Temperaturgefälle vom Äquator zu den Polen war mit 35°C - 35°C am Äquator, 0°C am Pol – damals deutlich geringer als heute mit 75°C - 25°C am Äquator, -50°C am Südpol.

  • Ursache für das extreme Treibhausklima in der Kreidezeit war verstärkter Magmenausfluss auf den Ozeanböden. Dieser setzte CO2 frei und führte zu erhöhten Konzentrationen dieses Klimagases in der Atmosphäre.


  • Gleichzeitig verdrängten die Magmamassen am Ozeanboden viel Wasser. Der ansteigende Meeresspiegel verursachte eine weiträumige Überflutung großer Schelfbereiche. Große Wasseroberflächen, wesentlich mehr als heute, standen zur Verfügung.


  • Da Wasser eine höhere Wärmespeicherkapazität hat als Festland, wurde der Treibhauseffekt verstärkt. Gleichzeitig fehlten hohe Gebirge, über deren Verwitterung und Abtragung in den Ozean wieder CO2 in marinen Gesteinen gebunden wird. Das System schaukelte sich so hoch zu extremen Treibhausbedingungen.


  • Trotz vieler Unsicherheiten beim Verständnis des kreidezeitlichen Systems bietet dieses ein gutes Analogon für die mögliche Entwicklung unseres Planeten.


  • Wenn sich beispielsweise der seit circa 1960 dokumentierte Anstieg des CO2-Anteils in unserer Atmosphäre weiter fortsetzt, rechnen Wissenschaftler im Jahr 2200 mit kreidezeitlichen CO2-Gehalten - 500 ppm bis 1.200 ppm je nach Modell – auf der Erde.


  • Die Temperaturerhöhung wird zum Abschmelzen der Polkappen führen und über höhere Verdunstungsraten den Wasserkreislauf beschleunigen. Ähnlich wie in der Kreidezeit wird das Temperaturgefälle vom Äquator zu den Polen geringer werden, das derzeitige Strömungssystem wird zusammenbrechen.


  • Schwieriger ist es, die Reaktion der Biosphäre abzuschätzen. Es werden sich sicher wieder stabile Gleichgewichtsbedingungen einstellen und die Verbreitung kälteliebender Formen wird signifikant eingeschränkt.


  • In den Meeren werden Primärproduzenten mit kieseligem Skelett zugunsten von solchem mit kalkigem, also kohlenstoffhaltigem Skelett und organisch gewandeten Algen zurückgedrängt werden. Es würde also eine ganz andere Struktur der Nahrungsketten in den Meeren entstehen.

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