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Donnerstag, 09.02.2012
Rätsel Geckofuß
Haftstrukturen: Je kleiner desto klebriger

Der Gecko kann sich kopfüber an nahezu allen Oberflächen festhalten. Wie durch Zauberhand und scheinbar völli gmühelos sitzt er an einer senkrechten Wand. Der Schlüssel seiner Haftung liegt in seinen Füßen, genauer gesagt im feinhaarigen Haftsystem seiner Zehen:

Hafthärchen (Spatulae) des Geckofußes (kleines Bild) und Lamellen am Fuß 
Hafthärchen (Spatulae) des Geckofußes (kleines Bild) und Lamellen am Fuß
© MPI für Metallforschung  Hafthärchen (Spatulae) des Geckofußes (kleines Bild) und Lamellen am Fuß
An der Sohle eines Gecko-Fußes sitzen etwa eine Milliarde so genannter Spatulae – winzige, etwa 200 Nanometer breite und ebenso lange Hafthärchen. Diese sind für den direkten Kontakt des Geckos mit seiner Umgebung verantwortlich. Diese Nano-Hafthärchen sitzen an den so genannten Setae, die etwa 100 Mikrometer lang sind und mit einer Breite von sechs Mikrometern gerade einmal ein Zehntel des Durchmessers eines menschlichen Haares erreichen. Die reihenförmig angeordneten Setae bilden wiederum 400 bis 600 Mikrometer lange Lamellen, die bereits mit dem menschlichen Auge gut zu sehen sind.

Dieses sich über drei Ebenen immer feiner verästelnde Haftsystem erlaubt es dem Gecko, mit seinen Füßen auf nahezu allen Oberflächen zu haften und selbst kopfüber an der Zimmerdecke zu marschieren. Würde der Gecko alle Hafthaare zugleich an die Wand drücken, könnte er bis zum zehnfachen seines Körpergewichts tragen.

 Haftstrukturgröße und Körpergewicht
Haftstrukturgröße und Körpergewicht
© MPI für Metallforschung  Haftstrukturgröße und Körpergewicht
Die Maxime des Hafttricks der Natur scheint dabei zu lauten: Je kleiner, desto „klebriger“. Das jedenfalls haben die Max-Planck-Wissenschaftler schon im Jahr 2004 festgestellt, als sie die Haftstrukturen von Käfern, Fliegen, Spinnen und Geckos verglichen: Mit wachsendem Körpergewicht der „Haftkünstler“ nimmt die Feinheit und Dichte der Strukturen zu.

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