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Donnerstag, 23.11.2017
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Vom tiefen bis zum hohen C

Nur eine Frage der Frequenz

Klaviertastatur und Grundtöne in C-Dur

Die zwölf Töne, die Aristoxenos aufgrund der Teilungsverhältnisse auf einer Saite „Halbtöne“ nannte, sind das Gerüst unserer Tonleitern und Tonarten. Im Deutschen heißen die sieben Stammtöne C – D – E – F – G – A - H, sie entsprechen den weißen Tasten auf dem Klavier. Hinzu kommen fünf Halbtöne, die auf den schwarzen Tasten liegen.

Etwas Musiktheorie


Wie der Ton heißt, gibt jedoch noch keine Auskunft über seine absolute Tonhöhe, die Frequenz, mit der der Ton schwingt. Denn von einer Oktave zur nächsten wiederholen sich die Töne. Das eingestrichene c oder „c’“ hat beispielsweise eine Frequenz von 261,63 Hertz, das zwei Oktaven darunter liegende „große C“ schwingt dagegen mit 65,406 Hertz. Das „hohe c“, meist die Obergrenze der weiblichen Sopranstimme, liegt bei 1046,5 Hertz.

Doch die Töne unterschieden sich nicht nur in ihrer Frequenz, ihre Kombination erst macht die Musik: Je nachdem, wie die Intervalle und Haltonschritte innerhalb einer Tonleiter liegen, entstehen die Tonarten und „Geschlechter“. Im westlichen Kulturkreis hat das Geschlecht Dur einen Halbtonschritt zwischen dem dritten und vierten Ton sowie zwischen dem siebenten und achten Ton. Bei C-Dur beispielsweise liegen die Halbtonschritte zwischen e und f sowie h und c. Bei Moll liegen die Halbtonschritte dageen zwischen dem zweiten und dritten sowie dem fünften und sechsten Ton.

Das Ohr ist ein Gewohnheitstier


Neben den beiden Tongeschlechtern Dur und Moll und ihren zugehörigen Tonarten gibt es eine ganze Reihe von weiteren Möglichkeiten, Töne zu kombinieren. Einige sind aufgrund einer „Rationalisierung“ in der Musik in den letzten Jahrhunderten verschwunden. Andere sind noch heute aktuell, aber in anderen Kulturkreisen entstanden und deshalb dem „abendländischen Ohr“ sehr fremd.

Flügel – großer Oktavumfang

Im Mittelalter beherrschten zum Beispiel acht „Modi“ genannte Kirchentonarten die Musik. Dorisch, Phrygisch, Lydisch und Mixolydisch hießen die vier Grundmodi, hinzu kamen ebenso viele Nebenformen. Alle zeichneten sich durch ein spezifisches Muster der Lage der Halbtöne innerhalb einer Tonleiter aus, unterschiedlich von der bei Dur und Moll.

Als schräg oder misstönend empfinden Europäer oft die Töne aus dem orientalischen Raum. Die Tonarten dort sind nicht auf die uns bekannten Halbtöne beschränkt, sie differenzieren weiter in Vierteltöne. Die Frequenzschritte zwischen den Tönen sind kleiner, und hören sich für abendländische Ohren deshalb immer etwas verstimmt an.


Stand: 02.03.2007
 
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