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Mittwoch, 08.02.2012
Überblick
Das Wichtigste in Kürze

  • Seit Wissenschaftler das Erbgut eines Menschen Buchstabe für Buchstabe identifizieren können, gewinnen sie daraus auch wertvolle Informationen über die Wanderungen und Ursprünge ganzer Volkstämme.


  • Für diese Analysen sind besonders zwei Bereiche des Erbguts interessant: die mitochondriale DNA und das Y-Chromosom. Beide nehmen nicht an der normalen Rekombination der Gene bei der Fortpflanzung teil und konservieren daher sehr alte Genabfolgen.


  • Mutationen in diesen Genabschnitten werden weitervererbt und lassen sich daher über Generationen nachverfolgen. Sie werden so zu genetischen Markern für bestimmte Bevölkerungsgruppen. Auch die großen Wanderungsbewegungen in der Menschheitsgeschichte schlagen sich in diesen Genen nieder.


  • Genanalyse ist ein gutes Instrument, um Fragen zu klären, die Anthropologen, Völkerkundler, Sprachwissenschaftler oder Archäologen bisher nur lückenhaft beantworten können. So zum Beispiel den Übergang vom umherwandernden Jäger und Sammler zum sesshaften Bauern vor rund 10.000 Jahren.


  • Eine Genanalyse in Indien, unter anderem bei Bevölkerungsgruppen, die ihre Lebensweise erst in den vergangenen 3.000 Jahren auf Ackerbau und Viehzucht umgestellt haben, zeigt, dass nicht die ortsansässigen Jäger und Sammler zu Bauern wurden, sondern, dass neu eingewanderte Bauern ihre Technologie durch Migration mitbrachten.


  • Die Frage, woher die ersten Bewohner der Inseln im Stillen Ozean kamen, kann mithilfe der Gene jedoch nur in Teilen geklärt werden: Zwar deutet die mtDNA auf einen asiatischen Ursprung der Bewohner hin, das Genmuster ihrer Y-Chromosomen jedoch ähnelt eher dem der Ureinwohner Australiens.


  • Untersuchungen im Kaukasus deckten auf, dass der Volksstamm der Kalmücken noch weitgehend unverfälscht die DNA seiner mongolischen Vorfahren in sich trägt – ohne Anzeichen einer Vermischung mit den russischen Nachbarn.


  • Die genetische Vielfalt der Menschheit zu erhalten und zumindest ihre Gene zu konservieren, ist das Ziel des Genographic Project der National Geographic Society und von IBM. In ihm sollen Genproben der verschiedensten Menschen und Völker gesammelt und archiviert werden.

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