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Freitag, 10.02.2012
Übersicht
Das Wichtigste in Kürze

  • In den 1970er und 1980er Jahren wurden in Deutschland und anderen Ländern Europas erstmals bis dahin unbekannte großflächige Erkrankungen von Bäumen in den Wäldern entdeckt.


  • Als Ursache für das so genannte Waldsterben beziehungsweise die neuartigen Waldschäden galt zunächst ausschließlich der saure Regen. Dieser entsteht, wenn Luftschadstoffe wie Schwefeldioxid oder Stickoxide beispielsweise in Wolken mit Wasser in Kontakt kommen.


  • Der saure Regen führt zu gefährlichen pH-Absenkungen im Boden und im Grundwasser, er kann aber Bäume und Pflanzen auch direkt schädigen.


  • Heute sind viele Forscher davon überzeugt, dass ein Mix aus menschengemachten und natürlichen Faktoren wie Insektenbefall – speziell Borkenkäfer - oder Trockenheit zu den seit damals kontinuierlich beobachteten Waldschäden führt.


  • Seit 1984 wird jedes Jahr eine Inventur in den deutschen Wäldern durchgeführt, deren Ergebnisse im so genannten Waldzustandsbericht zusammengefasst werden. Entscheidendes Indiz für eine Schädigung der Bäume ist die Kronenverlichtung, das heißt der Verlust an Nadeln und Blätter.


  • Nach den Ergebnissen des Reports 2005 sind heute rund 70 Prozent des deutschen Waldes krank und jeder dritte Baum ist sogar deutlich geschädigt.


  • Viele Wissenschaftler ziehen jedoch die Ergebnisse des Waldzustandsberichts in Zweifel und halten die ermittelten Zahlen für viel zu hoch. Kritik entzündet sich vor allem an dem Verfahren der Baumkronenbewertung, mit dem die angeblichen Schäden ermittelt werden.


  • Kritiker der amtlichen Waldschadensstatistik verweisen zudem auf aktuelle Forschungsergebnisse. Diese belegen, dass die Bäume in Deutschland zum Teil viel schneller wachsen als früher und die Holzvorräte in den Wäldern deshalb mittlerweile sogar Rekordwerte erreicht haben.


  • Zu einer gravierenden Gefahr für den Wald wird in Zukunft vermutlich der Klimawandel. Speziell die prognostizierten deutlich höheren Temperaturen und die Trockenheit könnten schon bald vielen Baumarten arg zu schaffen machen.


  • Forscher rechnen damit, dass einige heute bei uns heimische Spezies wie Tanne und Fichte unter den geänderten Bedingungen nicht überleben werden. Deshalb könnte es künftig zu deutlichen Veränderung in der Baumartenzusammensetzung in den deutschen Wäldern kommen.


  • Einige Bundesländer haben in ihren Wäldern bereits mit Anpassungen an den Klimawandel begonnen. So werden beispielsweise vermehrt Bäume angepflanzt, die tolerant gegenüber Wärme und Trockenheit sind.

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