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Freitag, 10.02.2012
Von Dünen, Buhnen und Wellenbrechern
Wie mann sich sonst noch schützen kann...

 Wellen am Steg
Wellen am Steg
© NOAA
Wer an Küstenschutz denkt, dem fallen wohl als erstes Deiche oder Sperrwerke ein. Doch längst nicht alle Regionen entlang von Nord- und Ostsee sind durch Deiche vor Sturmfluten abgeriegelt. In Schleswig-Holstein sind es gerade einmal 25 Prozent der Küstenlinie. Dünen, Buhnen und Wellenbrecher übernehmen an ihrer Stelle die Aufgabe, das Hinterland und seine Bewohner vor Überschwemmungen und anderen Folgen von Sturmfluten zu bewahren. Je nach Situation vor Ort setzen Küstenschützer diese Maßnahmen kombiniert ein, um einen optimalen Schutz gegen das tobende Meer zu erreichen.

Schutzdünen
An vielen flachen Küstenabschnitten sind es natürliche und künstliche Dünen, die sich den Sturmfluten entgegenstellen. Um der Kraft der Wellen und der Wassermassen trotzen zu können, müssen diese Schutzdünen bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Neben einer gewissen Mindesthöhe ist vor allem eine ausreichende Kronenbreite wichtig. An der Ostseeküste planen Küstenschützer zurzeit mit etwa 40 bis 45 Metern, damit die Düne selbst stärksten Wellen sicher Widerstand bieten kann. Um die Dünen gegen den Wind "resistent" zu machen, werden sie zudem mit Strandhafer bepflanzt.

Sandaufspülungen
Jede Sturmflut und jeder Orkan "nagt" jedoch an den Grundfesten von Schutzdünen. Abbrüche und Sandverwehungen führen dazu, dass die Düne wandert, ihre Form verändert oder an Mächtigkeit verliert. Dort, wo an Küsten mehr Material durch Erosion verloren geht, als angespült wird, versuchen Küstenschützer beispielsweise durch Sandaufspülungen einen Ausgleich zu schaffen. Der benötigte Sand stammt meist aus Lagerstätten am Meeresgrund und wird dazu benutzt, Strände breiter zu machen und die Höhe und Breite der Dünen zu verbessern. 90 bis 150 Kubikmeter Sand pro laufendem Meter Küste sind erforderlich, um Erfolg zu haben. Eine Sisyphusarbeit, die zudem sehr teuer ist. Denn innerhalb weniger Jahre ist der meiste aufgespülte Sand durch Sturmfluten, Strömungen und normalen Seegang wieder abgetragen und die kostenintensive Aufspülung muss wiederholt werden.

Buhnen
Wer kennt sie nicht vom Urlaub an Nord- und Ostsee, die langen Pfahlreihen, die bis zu 100 Meter tief in das Meer reichen und gerne von Vögeln als Ruheplätze genutzt werden. Welche Aufgabe diese Bauwerke haben ist jedoch den wenigsten klar. Diese so genannten Buhnen dienen dazu, die küstennahe Strömung und damit das Abtragen von Sand zu verringern.

Wellenbrecher
Um der normalen Brandung und den Riesenwellen während einer Sturmflut viel von ihrer Energie zu nehmen, arbeiten Küstenschützer auch heutzutage noch immer mit Wellenbrechern. Diese Monster aus Naturstein können mehrere Tonnen wiegen und werden häufig fest am Boden verankert, damit sie bei schwerem Seegang nicht zu zerstörerischen Geschossen werden.

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