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Freitag, 10.02.2012
Bollwerke gegen die Flut?
Die Anfänge des Deichbaus

Brandungswellen 
Brandungswellen
© NOAA
So lange wie es Siedlungen in den Küstenregionen gibt, so lange versuchen sich die Bewohner auch schon vor Sturmfluten zu schützen. Deiche, Buhnen, Sperrwerke, Wellenbrecher: dem Einfallsreichtum der Menschen waren im Laufe der Zeit kaum Grenzen gesetzt bei dem Versuch, immer bessere Methoden zu finden, um das vom Wind aufgewühlte Meer in seine Schranken zu weisen.

Erste Bauten gegen die Fluten gab es an der Nordsee schon vor 2.000 Jahren. Diese so genannten Wurten oder Warften, waren künstliche, vier bis fünf Meter hohe Erdhügel, die im ganzen deutschen Küstengebiet zu finden waren. Bereits der römische Geschichtsschreiber Plinius, der um 50 nach Christus die Nordseeküste besuchte, beschrieb die Warften sehr genau. Auf ihnen wurden Hauser und Bauernhöfe, manchmal sogar ganze Siedlungen angelegt, um sie vor den Fluten zu schützen.

Solche oder ähnliche Methoden nutzen die Bewohner der Halligen noch heute, um eine Überflutung von Haus und Hof zu verhindern. Bei einer scheren Sturmflut melden die flachen Inseln meist vollständig "Land Unter" und nur noch die Warften ragen aus der stürmischen See heraus. Einen absoluten Schutz vor Sturmfluten bieten und boten die Warften allerdings nicht.

Schon bald kamen die Küstenbewohner deshalb auf die Idee ihre Ländereien, Dörfer und Städte mit Deichen abzuriegeln. Die ersten Deiche, die im 11. Und 12. Jahrhundert entstanden, waren jedoch viel zu niedrig, um starke Sturmfluten aufhalten zu können. In der 'groten Manndränke' von 1362 und der 'Nordstrandflut' von 1634 kamen trotz der Deiche tausende von Menschen um. Weite Küstenbereiche und ganze Inseln verschwanden mit samt ihren Bewohnern im Meer.

Solche schweren Sturmfluten und ihre verheerenden Folgen waren es jedoch, die die Menschen dazu antrieben, den Küstenschutz immer weiter zu verbessern. Im Laufe der Jahre und Jahrhunderte wurden die Deiche immer wieder erhöht und verbreitert. Zusätzlich riegeln gewaltige Sperrwerke bei Bedarf ganze Flussmündungen vom Meer ab und verhindern so ein Eindringen der Sturmflut in das Landesinnere.

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