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Freitag, 10.02.2012
Anpassungen an eine angekündigte Katastrophe
Was tun, wenn gar nichts mehr hilft?

Der Klimawandel ist längst da – und mit ihm auch die ersten Klimafolgen. In Sibirien taut der Permafrostboden auf, hunderte Menschen müssen ihre Dörfer verlassen, da diese im Schlamm zu versinken drohen. Mit einem Zuviel an Wasser dagegen kämpfen immer mehr Anrainer von Flüssen und Bewohner von Meeresküsten. Starkregen lösen inzwischen nahezu jedes Jahr verheerende Überschwemmungen aus, Stürme lassen ganze Regionen im Wasser versinken.

Rückgang der Eiskappe des Kilimandscharo 
Rückgang der Eiskappe des Kilimandscharo
© NASA/GSFC  Rückgang der Eiskappe des Kilimandscharo
In den Gebirgen der Welt schwinden die Eiskappen: Die Alpengletscher sind bereits um 30 Prozent gegenüber 1975 geschrumpft, der Kilimandscharo ist fast eisfrei und auch in Anden und Himalaya werden die Gletscher kleiner. Die Folge: In den Tälern und entlang der von Gletschern gespeisten Flüsse fehlt das Wasser. Wassermangel wird auch anderswo immer häufiger. Saisonale Regenzeiten fallen aus oder verschieben sich, der Monsun wird unberechenbar, Niederschläge werden weniger. Schon jetzt haben mehr als 800 Millionen Menschen nicht genug Nahrung, Dürren und Ernteausfälle häufen sich.

Was also tun? Klar ist inzwischen, dass diese Klimafolgen sich in den nächsten Jahren und Jahrzehnten noch verstärken werden – selbst wenn Klimaschutzmaßnahmen greifen. Denn das Klima ist ein träges System, einmal in einer Richtung angestoßen, ist diese Entwicklung nicht so einfach zu stoppen oder gar umzukehren. Mindestens zwei Grad mehr werden es in jedem Falle noch – wenn wir Glück haben.

Anpassung ans Unvermeidliche
Inzwischen haben auch die Politiker erkannt, dass es ohne Anpassungen an die konkreten Klimafolgen nicht mehr geht. Eine „erste Hilfe“ für besonders stark betroffene Regionen soll daher in den nächsten Jahren Teil der internationalen Klimaschutzaktivitäten werden. Ein spezieller Anpassungsfonds für die Finanzierung solcher Maßnahmen existiert bereits. Er wurde im Rahmen des Kyoto-Protokolls eingerichtet und speist sich aus einer zwei prozentigen Abgabe aus Clean Development Mechanism (CDM)-Projekten, sowie freiwilligen Beiträgen von Mitgliedsstaaten. Bis zum Jahr 2012 werden in diesem „Topf“ voraussichtlich zwischen 200 und 400 Millionen US-Dollar zur Verfügung stehen.

 Wirbelstürme werden häufiger und stärker
Wirbelstürme werden häufiger und stärker
© UNEP/GRID-Arendal  Wirbelstürme werden häufiger und stärker
In Nairobi geht es nun darum, zu regeln, wer unter welchen Bedingungen Geld aus diesem Fond erhalten soll, aber auch, welche Anpassungsmaßnahmen mit diesen Geldern finanziert werden sollen. Ist es beispielsweise sinnvoller, einen höheren Damm gegen steigende Meeresspiegel zu bauen oder sollte man lieber gleich die Bevölkerung umsiedeln? Und wo helfen technische Hochwasserschutzeinrichtungen? Welche Veränderungen in der Landnutzung können helfen, Ernteausfälle zu minimieren?

Ziel ist es, ein Fünf-Jahres-Aktionsprogramm für Anpassungsmaßnahmen zu entwickeln. Als Ergebnis der Konferenz erhoffen sich die Teilnehmer der Gespräche eine Liste mit konkreten Aktivitäten, die schnell in Projekte umgesetzt werden können.

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