Scinexx-LogoSpringer-Verlag, Heidelberg
Freitag, 10.02.2012
Überblick
Das Wichtigste in Kürze

  • Austritte von Gasen und Flüssigkeiten aus dem Meeresboden sind nichts Ungewöhnliches. So hat man in den letzten 30 Jahren neben Schwarzen und Weißen Rauchern auch so genannte Cold Seeps entdeckt.


  • Im November 2003 fanden Wissenschaftler im Golf von Mexiko nun in 3.300 Meter Wassertiefe erstmals Tiefseehügel, die zum großen Teil aus Salz bestehen. An ihrer Spitze tritt aus einem Krater neben Öl und verschiedenen Gasen auch Asphalt aus.


  • Die zum Teil mehrere hundert Meter langen Asphaltströme gleichen vom Aussehen her verblüffend denen aus basaltischer Lava, die beispielsweise auf Hawaii zu beobachten sind.


  • Der Asphalt entsteht, wenn Mikroorganismen - zum Teil viele tausend Meter tief im Meeresboden – Erdöllagerstätten als Nahrungsquelle nutzen und dabei das schwarze Gold zersetzen.


  • Wie der Asphalt aus dem Erdinneren an die Meeresbodenoberfläche gelangt, ist noch unklar. Nach einer der Theorien könnte Superkritisches Wasser als „Transportvehikel“ fungieren. Es bildet sich immer dann, wenn Wasser einem Druck von 300 Bar oder mehr ausgesetzt ist und zudem stark erhitzt wird.


  • Auf und um den Asphalt existiert ein exotisches Ökosystem mit Bartwürmern, Muscheln, Krebsen und großen Mengen an Bakterien, die fast ausschließlich chemosynthetisch leben.


  • Vermutlich gibt es Asphaltvulkane nur im Golf von Mexiko, da dort die geologische Situation maßgeschneidert für die Entstehung des ungewöhnlichen Phänomens ist: Wassertiefen von mindestens 3.000 Meter, Salzstöcke und größere Erdölvorkommen im Meeresboden.


  • Im März und April 2006 fand die zweite wissenschaftliche Expedition zu den Asphaltvulkanen statt. Von der Auswertung der Bilder, Bodenproben und Messungen erwarten die Wissenschaftler völlig neue Erkenntnisse über die Asphaltvulkane und das einzigartige Biotop, das darauf entstanden ist.


  • Asphaltvulkane sind auf Satellitenbildern leicht an Ölflecken auf dem Wasser zu erkennen. Das Öl tritt zusammen mit dem Asphalt in 3.3000 Meter Tiefe aus den Kratern aus und steigt dann an die Meeresoberfläche.

zurück   | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 |    weiter
Artikel drucken   Dossier komplett anzeigen
Suche
Erweiterte Suche
Facts
Überblick
Das Wichtigste in Kürze
Artikel zum Thema
Asphaltvulkane
Bizarrer Lebensraum auf Salz und Bitumen
Salzhügel spucken Asphalt
Die Entdeckung einer neuen Art von Vulkanismus
Kunstwerke der Tiefsee
Wie entstehen Asphaltvulkane?
Ein Lift für Asphalt
Wie kommt das Material an seinen Bestimmungsort?
Energie ohne Licht
Auf der Suche nach dem Lebenselixier im Asphalt
Mit QUEST auf Spurensuche in der Tiefsee
Die zweite Expedition zu den Asphaltvulkanen
Karamell, Asphaltfäden und das „Elixier des Lebens“
Neue Entdeckungen am Chapopote
Sonderbare Erhebungen mit einem Krater in der Mitte...
Der Meeresgeologe Professor Dr. Gerhard Bohrmann im Interview
Mit MeBO den Asphalt durchbohren
Das Interview Teil II
Top-Diaschauen
Überleben im Winter
2012 und die Maya
Die großen Massenaussterben
Quallen
Riesenschlangen
Aktuelle Dossiers
Klima-Hotspot Moorböden
Wie Forscher den Treibhausgas-Emissionen von Mooren auf die Spur kommen
Schwelbrände im Gewebe
Chronische Entzündungen und ihre Ursachen
Röntgenblick in die Geheimnisse der Mumien
Neue bildgebende Verfahren helfen bei der Erforschung menschlicher Relikte
Auf Kante
Warten auf „The Big One“
Auch Pflanzen besitzen Stammzellen
Unerschöpflich kreativ
Energie-Produzent Gebäude
Wie Häuser zu Kraftwerken werden
Bermudas Unterwelt
Expedition zu den unterirdischen Salzwasserhöhlen einer Tropeninsel
Alte Seuchen in neuem Licht
Forscher untersuchen Resistenz gegen Pest und Cholera
Mehr Licht im Dunkel der Mars-Trabanten
Mit Mars Express und Phobos Grunt bei den „Söhnen“ des Kriegsgotts
Mikrobielle Mitbewohner auf Weltreise
Bakterien in Magen und Speichel helfen beim Erforschen menschlicher Wanderungen