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Freitag, 10.02.2012
Auf den Hund gekommen
Wer löst soziale Probleme besser: Affe oder Hund?

In seinem ersten Forschungsprojekt ging es um die Frage, wie Schimpansen bestimmte soziale Probleme lösen können. „Sie konnten es nicht besonders gut, und ich meinte, dass mein Hund sicher besser wäre.“ Tomasello bezweifelte das, und so wurde Hare zum Hundeforscher. Mit den zwei Hunden seiner Eltern machte Hare in der Garage ein einfaches Experiment: Unter einem von zwei umgedrehten Bechern versteckte er, ohne dass die Tiere es sahen, einen Hundekuchen. Dann zeigte er auf den richtigen Becher und schaute den Hund dabei an.

Ein Fingerzeig reicht und der Welpe findet das Futter. 
Ein Fingerzeig reicht und der Welpe findet das Futter.
© MPI für evolutionäre Anthropologie
Zielgenau steuerten die Tiere auf den Becher mit dem Futter zu. Hunde, so belegten diese Experimente, sind offenbar sehr gut darin, menschliche Gesten zu erkennen und für sich zu nutzen. Wie spätere Tests zeigten, beherrschen sie das deutlich besser als Schimpansen oder Wölfe. Und inzwischen weiß man auch, dass diese Fähigkeit nicht erlernt, sondern genetisch verankert ist: Welpen verschiedener Altersgruppen lesen bei solchen Versuchen problemlos menschliche Signale – selbst wenn sie erst neun Wochen alt sind.

Hares Garagenversuch aus dem Jahr 1995 war das erste Experiment dieser Art überhaupt. Das wissenschaftliche Neuland, das Hare mit diesem Versuch betreten hatte, verhalf ihm zu seiner ersten Veröffentlichung. Und noch etwas lernte der junge Student: Michael Tomasello freute sich, dass er, der Professor, falsch lag. „Ein großer Wissenschaftler ist begeistert, wenn er Unrecht hat. Denn dann hat er etwas Neues erfahren“, sagt Hare. Das sei eines der wichtigsten Dinge, die er von seinem Professor gelernt habe.

In seiner mit zehn Jahren noch recht kurzen Karriere ist Brian Hare bereits weit herumgekommen: Aufenthalte in Rom und Leipzig, in Sibirien, Uganda, der Volksrepublik Kongo und der Demokratischen Republik Kongo stehen auf seiner Liste. Der Grund: „Traditionell befasst sich ein Labor nur mit einer Tierart“, so Hare. „Wenn ich aber wissen will, wie sich eine Art entwickelt hat, muss ich möglichst viele Arten vergleichen können.“ Gelegenheit dazu bietet ihm die Arbeit an unterschiedlichen Forschungseinrichtungen.

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