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Freitag, 10.02.2012
Überblick
Das Wichtigste in Kürze

  • Löss ist ein kalkhaltiges, poröses Lockergestein und ein äolisches Sediment.


  • Etwa 80 Prozent der Partikel sind so genannter Silt. Ihre Korngröße liegt zwischen 0,01 und 0,06 Millimetern. Die restlichen 20 Prozent im Löss bestehen aus Ton und Sand.


  • Beim Mineralbestand des Lösses überwiegt mit 60 bis 70 Prozent der Quarz. Daneben finden sich Feldspäte, Glimmer, CaCO3 und andere Mineralien.


  • Etwa zehn Prozent der Landoberfläche auf der Erde sind mit Löss bedeckt. Die größten Vorkommen liegen im mittleren Westen der USA, in Argentinien, in Mitteleuropa, Zentralasien und China. In den mittleren Breiten ist er damit das am weitesten verbreitete terrestrische Sediment.


  • Der weitaus größte Teil der Lösse weltweit ist unter periglazialen Bedingungn während der letzten Eiszeit entstanden. Er wird deshalb als „kalter“ Löss bezeichnet.


  • Damit Löss entstehen kann, braucht es ein Produktionsgebiet, in dem Festgestein zur Verfügung steht, ein Aufbereitungsgebiet, in dem das Festgestein meist durch Gletscher und Frostverwitterung zermahlen wird, und ein Ablagerungsgebiet.


  • Der so genannte „heiße“ oder „Wüstenlöss“ wird dagegen in Wüsten und Wüstenrandgebieten gebildet. Er unterscheidet sich in der Mineralienzusammensetzung vom „kalten“ Löss und hat eine wenige deutlich ausgebildete Silt-Fraktion. Die genauen Entstehungsbedingungen von Wüstenlöss sind bisher nicht geklärt.


  • Die Löss-Paläoboden-Sequenzen der eiszeitlichen Lösse sind besonders gut für die Rekonstruktion des Paläoklimas geeignet. In Kaltzeiten lagerten sich Lösse ab, in Warmphasen kam es zur Bodenbildung. Das Profil mächtiger Lössvorkommen, in denen sich die spezifischen Schichten aus Warm- und Kaltzeiten wie in einer Lasagne abwechseln, kann daher wie ein Kalendarium gelesen werden.


  • Darüber hinaus erfolgt die Datierung mit verschiedenen Methoden. Lumineszenz, C14, Paläomagnetik oder Aminosäurenracemisierung sind Möglichkeiten, bestimmte, absolute Zeitmarken zu erhalten. Um die dazwischen liegenden Schichten zu datieren, wird mithilfe von Korngrößenbestimmungen, Gesteinsmagnetik oder geochemischen Parametern gearbeit.


  • Weil Lösse für den Zeitraum des Pleistozäns, also die letzten 2,5 Millionen Jahre, in sehr langen, in China sogar vollständigen Abfolgen erhalten sind und sie vor allem abrupte Klimawechsel sehr gut widerspiegeln, eignen sich Löss-Chronologien besonders gut als Klimaarchiv, aus dem sich früher Umweltbedingungen ablesen lassen.


  • Geowissenschaftler sehen eben in dieser Eigenschaft der Lösse ihr besonderes Potential, daraus auch Prognosen für künftige Klimawandel ableiten zu können.

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