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Eine zweite, zurzeit intensiv erforschte Strategie ist die Reprogrammierung von Körperzellen durch die Fusion mit Stammzellen. Hierbei wird der Zellkern der erwachsenen Körperzelle nicht in eine Eizelle eingepflanzt, sondern mit bereits vorhandenen embryonalen Stammzellen verschmolzen. Gelänge dies reibungslos, so hätte das zwei Vorteile: Die Wissenschaftler erhielten maßgeschneiderte, weil mit dem Erbgut des Zellkernspenders ausgestattete Stammzellen, benötigten andererseits aber nicht jedes Mal neue Eizellen.
 | | Normaler Satz aus 46 Chromosomen © NIH | Erste Erfolge gibt es bereits: Nach zahlreichen erfolgreichen Versuchen mit Zellen der Maus, verschmolzen im Sommer 2005 die Forscher Kevin Eggan und Douglas A. Melton von der Harvard University in Boston in ihren Experimenten Hautzellen des Menschen mit embryonalen Stammzellen. Sie untersuchten dann die resultierende Stammzellchimäre, die doppelt so viele Chromosomen besaß wie normale Körperzellen: 92 statt 46.
Schlüsselergebnis der Studie war, dass die aus der Fusion entstandenen Zellen tatsächlich auch die Eigenschaften von embryonalen Stammzellen hatten, wie die genetische Analyse zeigte: Die für adulte Körperzellen typischen Gene waren in der fusionierten Zelle abgeschaltet, die für embryonale Stammzellen charakteristischen dagegen aktiv. „Mit der Ausnahme von ein paar Genen hin und her – vielleicht weil es sich hier um tetraploide Zellen handelt – sind die Hybridzellen von embryonalen Stammzellen ununterscheidbar“, so Eggan.
Noch sind die Experimente nicht viel mehr als ein erster Schritt in Richtung Reprogrammierung, aber die Wissenschaftler sind zuversichtlich. „Noch umgehen wir damit nicht den Bedarf an menschlichen Eizellen, aber es zeigt, dass dieser Ansatz der Zellfusion interessant genug ist, um weiter verfolgt zu werden“, so Eggan in der Zeitschrift Science.
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