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Freitag, 10.02.2012
„Alleskönner“ und Spezialisten
Was unterscheidet die Stammzellen von normalen Körperzellen?

1981 gelang es Wissenschaftlern erstmals, Stammzellen aus den Embryonen einer Maus zu gewinnen. Doch es dauerte noch einmal fast 20 Jahre - bis zum Jahr 1998 - bis amerikanische Forscher auch aus menschlichen Embryonen Stammzellen isolieren und in Kultur halten konnten.

Inzwischen ist es bereits gelungen, die Entwicklung von embryonalen Stammzellen in vitro so zu steuern, dass aus ihnen verschiedene Zell- und Gewebetypen entstehen. In Tierexperimenten konnten sie Vorläuferzellen für die Isolierscheiden von Nervenzellen, Insulin bildende Zellen, Herzmuskelzellen und Blutzellen produzieren. Weltweit waren Mitte 2006 allein in der Studiendatenbank „Clinical Trials“ der amerikanischen Gesundheitsbehörden knapp 500 Studien registriert, in denen stammzellbasierte Wirkstoffe und Therapien bereits an Menschen getestet werden.

Ausgewchsene Körperzellen 
Ausgewchsene Körperzellen
© NCI
Wo verbirgt sich der Unterschied?
Doch die Sache hat einen entscheidenden Haken: Bisher sind die begehrten Stammzellen nur aus Embryonen zu gewinnen. Genau diese „verbrauchende Embryonenforschung“ aber sorgt für ethische Bedenken. Daher arbeiten Forscher weltweit daran, neue Wege zur Gewinnung von Stammzellen nicht aus Embryonen, sondern durch eine „Rückprogrammierung“ aus den Körperzellen von erwachsenen Menschen zu gewinnen. Denn genetisch unterscheiden sich die Stammzellen in nichts von den normalen Körperzellen. Anders ist offenbar nur die Art, wie die Gene abgelesen werden.

Gene nicht gelöscht
Noch zu Dollys Zeiten war unklar, ob im Zuge der Differenzierung der Körperzellen nicht auch ein Teil der Gene verloren geht. Inzwischen aber haben Untersuchungen - unter anderem an Krebszellen - gezeigt, dass in den Körperzellen zwar Teile des Erbguts abgeschaltet sind, nicht aber gelöscht. Bestimmte, zurzeit noch unbekannte Moleküle scheinen dafür zu sorgen, dass die Zellen zwar noch Kopien ihrer selbst herstellen können, sich aber nicht mehr zu anderen Zelltypen entwickeln.

Stammzellen dagegen sind nicht spezialisiert, sie können noch alle „Bauanleitungen“ in ihren Genen frei ablesen, ob zur Bildung eines Blutgefäßes oder aber einer Gehirnzelle. In den Körperzellen sind genau diese Bauanleitungen blockiert. Könnte man diese Blockade lösen, hätte auch eine normale Körperzelle vielleicht das Potenzial, sich wie eine Stammzelle zu verhalten. Auf diesem Wege ließen sich „maßgeschneiderte“, das heißt vom Patienten selber stammende und entsprechend genetisch angepasste Stammzellen herstellen.

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