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Donnerstag, 24.05.2018
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Überblick

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Monsun zählt wie der Golfstrom in der Nordatlantischen Oszillation (NAO) und El Nino in der Südpazifischen Oszillation (ENSO) als dominierendes Klimaelement im Indischen Ozean. Zweimal im Jahr bestimmt der Monsun das Wetter besonders in den asiatischen Ländern, auch wenn klimatische Auswirkungen noch in Afrika, Arabien und Australien zu spüren sind.


  • Die südöstlichen Passatwinde der Südhalbkugel streben zum Tiefdruckgebiet über dem Äquator. Im Sommer verlagert sich jedoch die Tiefdruckrinne: Über dem Hochplateau von Tibet baut sich ein Hitzetief mit niedrigerem Druck als am Äquator auf, und saugt die äquatoriale Tiefdruckrinne nach Norden. Die Passatwinde folgen dem niedrigsten Druck und werden nördlich des Äquators von der Erdrotation abgelenkt: Über dem nördlichen Indik entsteht der Südwest-Monsun.


  • Über dem warmen Ozean verdunstet ständig Wasser zu Luftfeuchte, die sich mithilfe des Monsuns zu riesigen Wolkentürmen aufbaut. Wie ein Land-Seewind System zieht es die Luftmassen vom kühleren Meer auf den heißen Subkontinent Indiens, wo sich die Wolken abregnen. Im Nordosten führt zusätzlich der Steigungsregen vor dem Himalaja zum vollständigen Entleeren der Wolken.


  • Dort fällt etwa in Cherrapunji an einem Tag so viel Regen wie in Deutschland innerhalb eines ganzen Jahres. Die Regenmassen verursachen Überschwemmungen, zerstören Häuser und fordern jedes Jahr mehrere hundert Tote. Dennoch ist das Leben von dreiviertel der indischen Bevölkerung direkt abhängig vom Monsun. Der Regen ist oft die einzige Möglichkeit zur Bewässerung ihrer Felder.


  • Das großräumige Klimaphänomen besteht nicht so isoliert, wie bislang angenommen. Obwohl direkte Zusammenhänge in den letzten Jahren nachgelassen haben, konnten Forscher den Einfluss von ENSO auf den asiatischen Monsun eindeutig nachweisen. Hält El Nino den Regen vor Südamerika fest, fällt der Monsun in Indien aus Mangel an Luftfeuchtigkeit geringer aus. Verstärkt La Nino dagegen den Niederschlag in Asien, bewirkt die zusätzliche Luftfeuchtigkeit einen stärkeren Monsun.


  • Ebenso haben Klimatologen eine Beziehung zwischen dem Golfstrom, den europäischen Eiszeiten und dem Monsun entdeckt. Ist der Golfstrom aktiv und Europa in einer Warmphase, war der Monsun der letzten 80.000 Jahre ausgeprägt feucht. Aber während der „Kleinen Eiszeit“ etwa kam der Golfstrom weitestgehend zum Erliegen – der Monsun blieb darauf trocken oder fiel ganz aus.


  • Auch in Afrika sorgt der Monsun für Regen. Nicht nur die tropischen Regenwälder des Kongos sind davon abhängig, sondern vor allem die sonst trockenen Savannen im Südwesten. Die Unregelmäßigkeiten der Regenzeit gefährdet jedoch die Existenz der Kleinbauern. Der Geograph Heiko Spaeth will mithilfe deutscher Klimamodelle nun die Genauigkeit der Vorhersage verbessern.


  • In jüngster Zeit untersuchen Klimatologen vor allem die Auswirkungen der Klimaerwärmung auf den Monsun. Je stärker der Treibhauseffekt ist, desto wärmer sind Meer und Kontinent – der Monsun wird intensiver. Doch die Zunahmen von Rußpartikeln durch Verbrennungen hat einen gegenteiligen Effekt: Die Schwebeteilchen verringern die Sonneneinstrahlung und lassen die Landmassen abkühlen – der Monsun wird schwächer.


  • Während die Wissenschaftler des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung annehmen, dass sich die beiden Szenarien im schlimmsten Fall abwechseln – extreme Dürre und totale Überschwemmung – stellen Amerikaner eine ähnliche Prognose mit anderem Ausgang. Der Monsun könnte sich in Jahren stärkerer Abkühlung so weit Richtung Äquator verschieben, dass er in Indien ausbleibt.


  • Trotz der Möglichkeit den Monsun in Indien per Satellitenbildern ungefähr vorherzusagen und in Afrika bald die wissenschaftlichen Bemühungen wohl zu einer verlässlichen Wettervorhersage führen werden, bleibt der Monsun Gefahr und Segen zugleich. Durch den Ausbau von Bewässerungsanlagen, Auffangbecken und Entwässerungskanälen könnte die Bevölkerung jedoch die Katastrophen verringern und den Nutzen vergrößern.
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Stand: 21.07.2006
 
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