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Samstag, 20.03.2010
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Das Wichtigste in Kürze

  • Von Norwegen bis nach Spanien erstreckt sich im lockeren Verbund ein Korallengürtel, der mit einer Länge von 4.500 Kilometern das bekannte australische Great Barrier Reef um weit mehr als das Doppelte übertrifft.


  • Kaltwasserkorallen treten jedoch weltweit und nicht nur im Atlantik auf. Sie siedeln bevorzugt in mehreren hundert bis tausend Metern Tiefe und brauchen Temperaturen zwischen zwölf und vier Grad Celsius.


  • Im Gegensatz zu Warmwasserkorallen versorgen sich die Kaltwasserkorallen nicht durch die Symbiose mit Algen mit Nährstoffen. Vielmehr ernähren sie sich von Zooplankton wie Ruderfußkrebse.


  • Da sie auf Nahrungsfang angewiesen sind, sitzen die Riffe häufig an topographisch erhabenen Positionen, an denen sich die Strömungen und somit auch das Nahrungsangebot konzentrieren.


  • Trotz der weiten Verbreitung konnten bislang nur zehn Korallenarten nachgewiesen werden, die in den kalten Gewässern auch tatsächlich am Riffbau beteiligt sind – in den Tropen hingegen sind über 800.


  • Auch wenn die Erforschung der Kaltwasserriffe erst noch am Anfang steht, scheinen sie eine große Bedeutung als Kinderstube für viele Fischarten zu haben.


  • Viele Riffgebiete liegen im Einzugsgebiet der klassischen Hochseefischerei, die seit rund zwanzig Jahren zunehmend schwere Bodenschleppnetze bis zu einer Tiefe von 1.500 Metern einsetzt. Diese hat vielerorts bereits für Zerstörungen an den Riffen geführt.


  • Entsprechend groß sind die Bemühungen, die Gebiete der Kaltwasserkorallen zu schützen. Mittlerweile konnten im Atlantik rund 14 Schutzgebiete wie die Darwin Mounts vor Schottlands Küste ausgewiesen werden. Dort ist vor allem der Fischfang gar nicht oder nur noch eingeschränkt erlaubt.


  • Eine weitere Bedrohung stellt die zunehmende Versauerung der Weltmeere dar. Durch die Zunahme des Kohlendioxid- und somit Säuregehalts im Wasser fällt es kalkbindenden Organismen wie Muscheln oder Korallen zunehmend schwer, ihre harten Skelette und Schalen aus Kalziumkarbonat zu formen und zu erhalten – sie könnten sich in Zukunft regelrecht auflösen.

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